Ende des Pokal-Traums

31.10.2017, Oddset-Pokal, Achtelfinale:
Wedeler TSV – SC Victoria Hamburg 3:2 nach Verlängerung (1:1)

Nach über 120 packenden Pokal-Minuten verließ unsere Mannschaft den Platz im Wedeler Elbestadion frustriert und mit hängenden Köpfen. Der Traum vom Pokalsieg war ausgeträumt.
Dabei hatte es so gut begonnen. Nick Scharkowsi hatte sich an der Grundlinie behauptet, spielte den Ball zurück zu Dennis Bergmann und dessen präzise Flanke fand am 5-Meter-Raum Ebenezer Utz, der per Kopfball die Führung für den SCV besorgte. Fast der selbe Spielzug hätte wenig schon das zweite Tor bedeuten können, doch dieses Mal zielte Klaas Kohpeiß zu genau und traf nur die Latte.
Hatte der SCV das Spielgeschehen zu Beginn der Partie zunächst gut unter Kontrolle, so kamen die Gastgeber mit zunehmender Spielzeit besser ins Spiel und auch zu ersten Chancen. Nach einem Querpass von der linken Seite brauchte Tim Jeske den Ball aus kurzer Distanz nur noch über die Linie zu drücken, und der Ausgleich war gefallen.
Der SCV bäumte sich nun nochmals auf, doch bis zum Halbzeitpfiff konnten keine klaren Chancen mehr herausgespielt werden.
Nach dem Seitenwechsel sah man nur noch wenig Strafraumszenen, beide Mannschaften neutralisierten sich im Mittelfeld, wo es viele teils auch härter geführte Zweikämpfe gab. Die medizinischen Abteilungen hatten auf beiden Seiten einiges zu tun. Man merkte alles Spielern an, das hier mehr als drei Oberliga-Punkte auf dem Spiel standen.
Das Spiel war bereits auf die Zielgerade eingbogen, als die Gastgeber erneut über die linke Seite angriffen, der Ball kam vor das Tor und am lange Pfosten stand Tim Jeske erneut frei und konnte Victor Medaiyese abermals überwinden.
Dem SCV blieben danach nur noch sieben Minuten Zeit, um das Ausscheiden zu verhindern. Mit aller Kraft stürmte unsere Mannschaft jetzt auf das Wedeler Tor zu, während einige Ersatzspieler hinter dem Tor der Gastgeber dafür sorgten, dass der Wedeler Torwart beim Bälle holen nicht einschläft. Der Schiedsrichter hatte eine dreiminütige Nachspielezeit angezeigt, diese war schon fast abgelaufen, da hielte es auch Abwehrchef Yannick Petzschke nicht mehr hinten. Mit einem energischen Sturmlauf tankte er sich bis zur Grundlinie durch, spielte den Ball von dort vor das Tor zurück und Nick Scharkowski hielt den Fuß hin! Es stand tatsächlich 2:2! Der SCV hatte sich doch noch in die Verlängerung gerettet!
Bedingt durch diesen späten Ausgleich konnte man nun glauben, der SCV hätte den Moment auf seiner Seite und könnte die Wedeler, die sich wahrscheinlich schon in der nächsten Runde wähnten nun endgültig in die Knie zwingen. Doch da irrte man sich. Nur fünf Minuten waren in der Verlängerung gespielt, da gand ein langer Ball am SCV-Strafraum WTSV-Stürmer Ali Moslehe. Ballannahme und Abschluss waren eine fließende Bewegung, der Ball schlug flach in der Ecke ein und die SCV-Abwehr hatte einmal mehr das Nachsehen. Doch die Moral der Mannschaft stimmt, das sah man nun erneut einsetzenden Sturmlauf. Mit allem, was der SCV noch zur Verfügung hatte wurde das Wedeler Tor berannt. Unzählige Flanke, Ecken und Pässe wurden vor das gegnerische Tor gespielt. Doch was der SCV auch versuchte, die Gastgeber verteidigten ihr Tor mit ebensolcher Vehemenz, wie der SCV es bestürmte. Die Minuten verrannen, und die Hoffnung auf einen weiteren Last-Minute-Treffer beendete der Schiedsricher schließlich nach insgesamt 126 packenden Pokalminuten, aus denen unsere Mannschaft als unglücklicher Verlierer hervorging…
SCV – Aufstellung:
Medaiyese – Ermisch (83. Strömer), Petzschke, Lange – Schmid, Ernst, Branco, D. Bergmann (101. Nikroo) – Utz (91. Karaca), Kohpeiß, Scharkowski

Tore:
0:1 Utz 9. (Vorlage D. Bergmann)
1:1 Jeske 34.
2:1 Jeske 83.
2:2 Scharkowski 90. (Petzschke)
3:2 Moslehe 95.

Zuschauer:
163 zahlende