Alexander Borck (am Ball) wuchs in Ruanda auf. Foto: Mathias Reß

Zu jedem Oberliga-Heimspiel erscheint in unserer Stadionzeitung „Victoria Echo“ ein Interview mit einem unserer Spieler, um ihn den Zuschauern und auch allen anderen interessierten Menschen mal etwas näher vorzustellen. Mit etwas zeitlichem Abstand veröffentlichen wir diese Unterhaltung zudem im Internet, damit sie auch Diejenigen erreicht, die am Spieltag verhindert waren. Heute dürfen wir deshalb etwas mehr über Alexander Borck erfahren, dessen Interview schon im Stadionheft gegen den TSV Buchholz 08 erschien. Und dabei hatte „Schlachter“, wie Alex von seinen Mitspielern gerufen wird, so Einiges zu erzählen. Ihr dürft gespannt weiterlesen.

Alter: 27
Beziehungsstatus: vergeben
Position: „Offensiver Allrounder“
bisherige Vereine: VfL Pinneberg, TSV Winsen/Luhe, VfL Maschen
Spitzname: „Schlachter“

SC Victoria: Moin Schlachter, du legst sofort dein sympathisches Lachen auf, wenn wir dich auf deine Position ansprechen, warum?
Borck (lacht):
„Weil ich bei Vicky außer den Torwart einfach schon alles gespielt habe. Mittlerweile würde ich mich als Offensiven Allrounder bezeichnen.“

Dabei liegen deine fußballerischen Wurzeln aber eher im Spielaufbau.
Borck:
„In der Jugend habe ich immer im defensiven Mittelfeld gespielt. Erst später bin ich auch zum Rechtsverteidiger geworden. In Pinneberg und bei Vicky habe ich dann immer erst in der rechten Abwehr angefangen, bis ich irgendwann weiter nach vorne gezogen wurde.“

Bei solch einer ausgeprägten Flexibilität stehst du wo am liebsten?
Borck:
„Da wo ich der Mannschaft am besten dienen kann! Dabei spiele ich schon gerne weiter vorne aber auch sehr gerne defensiv.“

Was übrigens vor jedem Spiel auffällt, ist dein intensiver `Löwenblick´, der puren Siegeswillen ausstrahlt. Von wem hast du den denn geerbt?
Borck (grinst):
„Ich bin in Afrika aufgewachsen.“

Ach was?! Das musst du uns bitte genauer erzählen.
Borck:
„Meine ersten dreieinhalb Lebensjahre bin ich in Ruanda und in Tansania aufgewachsen. Damals gab es aber den Bürgerkrieg in Ruanda, der sehr schlimm war. Aufgrund dessen sind wir sozusagen aus Ruanda in Richtung Tansania geflohen. Von dort ging es dann wieder zurück nach Deutschland.“

Du bist aber in Deutschland geboren?
Borck:
„Ja. Zwei Wochen nach meiner Geburt sind wir mit mir wieder nach Afrika zurückgegangen. Und dann habe ich dort meine ersten Lebensjahre verbracht.“

Stammt denn ein Elternteil aus Ruanda?
Borck:
„Nein. Mein Vater hatte dort beruflich zu tun und war in der Region für seine Firma der Area-Manager.

Hast du denn noch Kontakt nach Afrika?
Borck:
„Ja klar. Mein Vater hat da ein Haus gebaut und ist immer noch mehrmals im Jahr dort. Deshalb fahren wir auch immer mal mit ihm nach Ruanda.“

Und wie ist das dann für dich, dort zu sein und daran zu denken, dass du da auch mal gelebt hast?
Borck:
„Auch wenn ich noch klein war, habe ich einige Erinnerungen an die Zeit. Wir haben auch mal das alte Haus besucht. Es ist schon eine coole Zeit gewesen und ich finde das Land, die Kultur, das gesamte Wildleben und alles was dazu gehört halt einfach nur toll. Es ist ein echt tolles Land.“

Kannst du dir denn dann auch vorstellen, selbst mal dorthin auszuwandern?
Borck:
„Der Plan besteht, dort in Zukunft mal ein Fitnessstudio aufzumachen. Ob da aber alles so umgesetzt werden kann, weiß ich noch nicht. Wenn, dann wäre es aber erst zum Ende meiner Fußballer-Karriere (grinst).“

Und in der erreichst du hoffentlich noch ganz viel mit dem SC Victoria. Was hast du dir denn diesbezüglich vorgenommen?
Borck:
„Ich gucke immer gerne von Spiel zu Spiel und möchte am liebsten alle gewinnen. Auf die Saison gesehen, wäre natürlich ein Titel für den Verein und unsere Truppe toll. Da wir ja letztes Jahr leider im Pokal-Halbfinale ausgeschieden sind, wäre es super, wenn wir dann dieses Jahr den Pokal gewinnen. In der Liga möchte ich durchgehend oben mitspielen und allen zeigen, was Vicky drauf hat.“

Vielen Dank für das sehr interessante und offene Interview. Bleib gesund und wirble deine Gegner weiterhin schwindelig.



AUTOR: Mathias Reß