Hart war`s! Es lief die 89. Minute, als der Dassendorfer Sven Möller zum Freistoß antrat und diesen auch noch eiskalt verwandelte. Das bedeutete das 1:0 für die TuS und für uns das Halbfinal-Aus im LOTTO-Pokal-Wettbewerb. So kurz vor dem Endspiel im eigenen Stadion. Das hat echt wehgetan, weshalb der 20. April 2019 garantiert für sehr lange Jahre, wenn nicht sogar für immer, in unserer Erinnerung bleibt. Am Sonntag kommt es nun zum nächsten Aufeinandertreffen. Wieder am Wendelweg, wo viele Tränen vergossen wurden. Doch dieses Mal ist es ein Punktspiel und deshalb auch überhaupt nicht zu vergleichen. Die Karten sind neu gemischt und die Umstände sind komplett Andere.

Der Siegeswille, die Motivation und der Kampfgeist ist bei unseren Victorianern wirklich sehr hoch. Wenn wir das richtig einordnen, sogar höher als gegen jeden anderen Gegner. Immerhin geht es nach Dassendorf. Wer möchte dort nicht gerne gewinnen? Vor allem auch, um zu verhindern, dass die „Wendelwegler“ an der Tabellenspitze nur noch ihr eigenes Süppchen kochen. Wir sind momentan direkt dahinter. Allerdings trennen uns schon jetzt sieben Punkte. Wie geil wäre es, wenn wir diesen Abstand auf vier Zähler schrumpfen könnten. Denn dann werden wir bestimmt zu einem mächtig unangenehmen Verfolger, der wachsam auf der Lauer liegt und zuschlägt, sobald sich die Gelegenheit ergibt.

Die letzten zehn Liga-Duelle gestalteten sich in der Summe recht ausgeglichen, wenn auch die TuS Dassendorf einen minimalen Vorsprung hat, da sie viermal als Sieger vom Feld ging und unsere Wikinger bisher lediglich dreimal. Drei weitere Partien endeten unentschieden. Es wird also Zeit, diese Statistik mit seinem SCV-Sieg wieder geradezurücken. Dafür müssten am Sonntag aber Treffer her. Und zwar mindestens Einer mehr für uns, als für die Dassendorfer, was allerdings keine leichte Aufgabe werden dürfte. Es wird nämlich sehr spannend, zu schauen, welches Team seine Topstatistik besser aufrecht halten wird. Denn Dassendorf stellt nach zwölf absolvierten Partien die mit Abstand beste Abwehr (sieben Gegentore) und wir den mit Abstand besten Angriff (40 geknipste Buden). Unser bester Torjäger ist Dennis Bergmann, der die Kugel schon zehnmal in den gegnerischen Kasten einschweißte und auf Seiten der TuS ist es Mattia Maggio der neunmal traf. Wir erwarten im Duell „Erster gegen den Zweiten“ demnach wirklich ein absolutes Highlight-Match, in dem viel passieren kann, worauf unser Headcoach Marius Ebbers und Co-Trainer Martin Spreitz unsere Männer aber sehr gut vorbereitet haben. Zusammengefasst bedeutet das: Unsere Mannschaft ist bereit. Unsere Mannschaft ist heiß. Unsere Mannschaft wird sich zerreißen, um im Anschluss wieder glücklich den Heimweg antreten zu können.

Übrigens gibt es noch zwei interessante Punkte zu erwähnen: Der erst Punkt ist, dass es eine kleine, aber nicht ins Gewicht fallende, Terminänderung gibt. Die Partie wurde von 13 Uhr auf 13:30 um 30 Minuten verschoben. Grund hierfür ist ein zuvor, auf demselben Platz, stattfindendes Fußballspiel. Damit es zu keiner zeitlichen Kollision kommt, entschied man sich eben für diese minimale Verschiebung, was aber nicht wirklich der Rede wert ist. Es hat sogar Vorteile für die Zuschauer-Massen, die zur eigentlichen Anstoßzeit noch am Kassenhäuschen anstehen. Und der zweite interessante Punkt: Leiten wird die Neuauflage dieses Topspiels kein Geringerer als Schiedsrichter Murat Yilmaz (FC Türkiye), der ebenfalls beim letzten Aufeinandertreffen auf dem Platz stand und Ende April das angesprochene Halbfinale pfiff. Wenn jetzt auch noch das Wetter so schön werden würde, wie es im Frühling war, könnte man doch schon fast von einem Déjà-vu sprechen. Nur dann dieses Mal bitte mit einem besseren Ende für den SC Victoria.


AUTOR: Mathias Reß