Im Mai dieses Jahres bestand Gewissheit: Der Hamburger SV verabschiedet sich das erste Mal seit fast 55 Jahren aus der 1. Bundesliga. Jetzt heißen die Gegner nicht mehr Bayern München und Borussia Dortmund, sondern FC Erzgebirge und St. Pauli. Das bedeutet, dass es in der 2. Bundesliga jetzt zu Hamburger Stadtderbys kommt. Das erste Mal trafen der HSV und St. Pauli am 30. September aufeinander. Diese Partie ging 0:0 aus, wobei keines der beiden Teams sich wirkliche Chancen herausarbeiten konnte. Das Rückspiel wird am 10. März 2019 ausgetragen werden.

Der Start in der 2. Liga lief für den HSV übrigens nicht so glatt, wie man es sich gewünscht hätte. Direkt beim Auftaktspiel unterlag er Holstein Kiel mit 0:3. Chancen wurden nicht genutzt und die Hamburger schienen fast wie gelähmt. Mittlerweile konnte das Team sich aber wieder von seinem Fehlstart erholen. Bisher kann die Mannschaft von Christian Titz nach insgesamt acht Spielen vier Siege, zwei Niederlagen und zwei Unentschieden verbuchen. Damit liegt der HSV eindeutig im oberen Bereich der Tabelle. Für das folgende Spiel gegen Darmstadt am Freitag rechnet Buchmacher Betway Sports dem HSV ebenfalls eine Gewinnchance von 7/5 aus.

Doch obwohl Hamburg momentan nicht in der Top-Liga mitmischen kann, muss sich die Hansestadt nicht verstecken, denn aus ihr stammen zahlreiche Fußballlegenden, die viel zur stark ausgeprägten Fußballtradition und -kultur der Vereine der Stadt beigetragen haben. Auf der langen Liste der großartigen Hamburg-Spieler stehen jedoch nicht nur Namen aus der Vergangenheit. Auch die neue Generation der Spieler hat viel Potenzial. Die folgenden fünf Spieler haben eine enge Verbindung mit Hamburg und zählten/zählen mit zu den Top-Spielern auf der internationalen Fußballbühne.

Uwe Seeler

Er gilt als das HSV-Idol schlechthin. Von 1953 bis 1972 absolvierte Uwe Seeler 652 Spiele und versenkte 579 Tore für den Hamburger SV. Schon mit 17 Jahren stand er für seinen Herzensverein auf dem Platz. Den Ball versenkte er bei Bedarf auch einfach mal mit dem Hinterkopf im gegnerischen Tor. Kein Wunder, dass der gebürtige Hamburger in Deutschland mit zu den populärsten Fußballern aller Zeiten gehört und vom Verein mittlerweile als Aushängeschild genutzt wird. Seine Hamburger Fans verliehen ihm zudem den liebevollen Spitznamen “Uns Uwe“.

Rudi Kargus

Er erzielte in seinen neun Jahren, die er für den HSV spielte, kein einziges Tor, ließ als Torwart aber auch kaum einen Ball in sein Netz. 286 Spiele absolvierte der in Worms geborene Kargus für seinen Verein. Seine schnellen Reflexe brachten ihn auch den Spitznamen “Elfmetertöter” ein, denn er hielt 23 von ihnen. Von 1975 bis 1977 spielte er sogar für die deutsche Nationalmannschaft. Mit Hamburg konnte er den DFB-Pokal (1976), den Europapokal der Pokalsieger (1977) und die Deutsche Meisterschaft (1979) gewinnen. Später spielte er unter anderem für den 1. FC Nürnberg, den Karlsruher SC, Fortuna Düsseldorf und den 1. FC Köln. Mittlerweile konnte er sich auch einen Namen als Kunstmaler machen.

Manni Kaltz

Von 1971 bis 1989 und noch einmal von 1990 bis 1991 spielte Manni Kaltz für Hamburg. Er hielt sich dabei meist im Hintergrund bedeckt, dabei war der Außenverteidiger ein echter Erfolgsgarant für den HSV. Während seiner Zeit bei Hamburg war er an allen HSV-Titeln, die die Mannschaft seit der Gründung der Bundesliga gewinnen konnte, beteiligt. Er konnte im Laufe seiner Karriere allerhand Rekorde aufstellen. So verwandelte er die meisten Elfmeter in der Geschichte der Bundesliga, versenkte aber auch gleichzeitig auch die meisten Eigentore. Zudem gilt er als „Erfinder der Bananenflanke“. Bei einer gut gespielten Flanke fällt sein Name deshalb auch heute noch oft.

Martin Harnik

Der österreichisch-deutsche Fußballspieler Martin Harnik kommt ursprünglich aus Hamburg. Er ist im südlichen Stadtteil Kirchwerder aufgewachsen und machte schon im jungen Alter Gebrauch von Hamburgs Jugend fördernden Fußballeinrichtungen. Damals spielte er für den SC Vier- und Marschlande. 2006 kam schließlich der Wechsel in die Reservemannschaft von Werder Bremen.

Nach einiger Zeit beim VfB Stuttgart und bei Hannover 96 ist Harnik seit 2018 wieder bei Bremen tätig. Mit Bremen wurde er 2009 DFB-Pokal-Sieger und mit Stuttgart 2013 DFB-Pokal-Finalist. Zudem spielt er für die österreichische Nationalmannschaft, mit der er 2008 und 2016 an der Europameisterschaft teilnahm. Harnik spielte zwar nie selbst für einen der große Hamburger Vereine, doch seine Leidenschaft für den Fußball entdeckte er in Hamburg.

Levin Öztunali

Der 22-jährige Levin Öztunali ist der Enkel von Uwe Seeler. Das Fußballspielen liegt dem Mittelfeldspieler also im Blut. Er konnte sein Können bereits in der Jugendabteilung vom HSV unter Beweis stellen. 2013 wechselte er dann zu Bayer Leverkusen. Bei seinem Bundesligadebüt war er für kurze Zeit sogar der jüngste Bundesligaspieler aller Zeiten – 17 Jahre und 146 Tage. Von 2015 bis 2016 spielte er leihweise für Werder Bremen und seit 2016 kickt er für Mainz 05. Zudem kam es für ihn immer wieder zu Einsätzen in der deutschen U21-Mannschaft.

Hamburg liebt den Fußball. In der Stadt gibt es Mannschaften für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder. Bei einem so großen Angebot ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Hamburg im Laufe der Jahre zahlreiche Talente hervorgebracht hat. Einige von ihnen haben sich den Ruf als Legende redlich verdient. Verstecken muss sich die Hansestadt also trotz des Abstiegs vom HSV auf gar keinen Fall.