Mats Lahrtz (zw. v. li.) köpft zum zwischenzeitlichen 3:0 ein. Foto: Christian Küch

Als wir auf den Parkplatz der Sportanlage von Fetihspor Kaltenkirchen fuhren, bekamen wir ein sehr idyllisches Bild geschenkt. Umgeben von Bäumen, war die Johannes-Kelmes-Sportanlage schön abgetrennt von den angrenzenden Wohngebieten. Über weite Sandwege mit verschiedenen Höhenmetern könnte man auch direkt in den Freizeitpark von Kaltenkirchen laufen, der viel Grün und einen großen See bietet. Und auf einer Bank an der Hauswand des scheinbar noch recht neuen Kabinengebäudes saßen unsere beiden Trainer Marius Ebbers und Martin Spreitz. Wie als würden sie auf einer Alm sitzen und die Aussicht genießen. Es fehlten nur die Kaltgetränke.

Für den ersten Treffer sorgte Nick Scharkowski (mi.).
Foto: Christian Küch

Doch für Entspannung und Urlaubsgedanken waren wir nicht angereist. Immerhin stand ein Testspiel unserer Ligamannschaft auf dem Programm. Die Gastgeber: Fetihspor Kaltenkirchen aus der Verbandsliga Süd in Schleswig-Holstein. Und auch diese Partie sollte nach Möglichkeit so erfolgreich gestaltet werden, wie auch schon die zwei Spiele zuvor. Nur war von Anfang an schon klar, dass unsere Trainer dieses Mal leider ein bisschen sparsamer mit ihren Auswechslungen sein mussten. Denn zusätzlich zu unserer Startelf konnten wir letztlich nur noch auf Mats Lahrtz als Auswechselspieler zurückgreifen. Unsere Männer mussten sich also durchbeißen.

Schon früh gingen wir durch Nick Scharkowski mit 1:0 in Führung (8.). Ein schön angeschnittener Schuss, den der Stürmer zielgenau am Keeper vorbei einschweißte. Wie schon in den ersten beiden Testspielen waren unsere Victorianer auch diese Mal wieder von Anfang bis Ende das klar dominierende Team. Coach Martin Spreitz: „Es war ein ordentlicher Test, auch wenn wir schwierige Bedingungen in Kauf nehmen mussten. Dadurch, dass wir so personell geschwächt angereist sind, mussten manche Spieler teilweise auch auf ungewohnten Positionen spielen.“ Das wird für einen neutralen Zuschauer aber kaum zu erkennen gewesen sein. Jedenfalls wenn man nach den besseren Spielanlagen und dem sehr hohen Anteil an Ballbesitz geht. „Genau das haben wir für heute auch von den Jungs verlangt, dass sie sich viel Ballbesitz erspielen und sich dadurch eben auch eine gewisse Dominanz erarbeiten“, zeigte sich Martin Spreitz zufrieden.

Mats Lahrtz kam, wirbelte und traf
In dieser Szene erzielte Mats Lahrtz (li.) seinen zweiten Treffer.
Foto: Christian Küch

Eine Frage der Zeit also, wann die Führung ausgebaut werden würde. In der 38. Minute war es dann soweit. Nil von Appen behauptete sich zentral vor dem Sechzehner, drehte sich um seine eigene Achse und steckte im richtigen Moment den Ball in die Gasse und somit auch passend in den Laufweg von Luca Ernst, der alleine vor dem Keeper die Nerven behielt und auf 2:0 erhöhte. Fatihspor hingegen schaffte es zwar nicht sehr häufig dafür aber auch mal gefährlich vor unser Gehäuse. Dadurch wurde Torwart Hendrik Rabe während der ersten Halbzeit auch einmal auf den Prüfstand gestellt, doch der Keeper hielt seinen Kasten in dieser Situation mit einer bärenstarken Parade sauber.

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten kam dann Mats Lahrtz für Nick Scharkowski auf das Feld. Auch der noch frische Youngster fügte sich sofort gut in das Spiel ein und sorgte für mächtig viel Wirbel im gegnerischen Strafraum. Immer wieder lief Mats Lahrtz den Sechzehner an, suchte direkte Zweikämpfe und war empfänglich für Pässe und Flanken. So dann auch in der 70. Minute. Bei einer hohen Hereingabe von Konrad Janta stieg Mats Lahrtz zum wiederholten Male höher als seine Gegenspieler und köpfte zum 3:0 für unsere Farben ein. Und in der 83. Minute setzte der Angreifer mit seinem zweiten Treffer seiner echt guten Leistung sogar auch noch die Krone auf. Damit markierte er dann den Schlusspunkt zum 5:0-Auswärtssieg.

Traumtor von Yannick Siemsen überraschte alle
Auch Mateusz Kaim (zw. v. re.) rackerte unermüdlich auf seiner linken Seite und zeigte eine gute Leistung. Foto: Christian Küch

Aber richtig: Ein Treffer fehlte dazwischen noch. Und zwar das Tor zum 4:0, das in der 77. Minute fiel. Es war ein Tor der Extraklasse. Ein Treffer den man, wäre er in der Bundesliga von den TV-Kameras eingefangen worden, noch nach mehreren Jahrzehnten vorgespielt bekommen hätte. So stand Yannick Siemsen da und schaute stolz. Er genoss den Moment, als der Ball sich über den gegnerischen Keeper hinweg ins Tor senkte. Das Besondere an diesem Tor: „Ich habe gesehen, dass der Torwart weit vor seinem Tor stand und da dachte ich, ich versuche es einfach mal“, erklärte Yannick Siemsen das Highlight des Spiels.

Dabei stand der Innenverteidiger in seiner eigenen Hälfte. Das Spielgeschehen verlagerte sich gerade komplett darin. Und auch der gegnerische Keeper stellte sich sehr hoch. Also vertraute Yannick Siemsen auf seine sehr gute Schusstechnik und zog ab. Im hohen Bogen flog der Ball gefühlt über die dreiviertel Länge des Feldes und senkte sich schließlich zum zwischenzeitlichen 4:0 ins Netz. Ein Tor, auf das man ganz sicher stolz sein darf. Genau wie alle anderen aus der Mannschaft, die eine ordentliche Leistung zeigten und genau darauf ebenfalls stolz sein durften. Man merkt ihnen an, dass ihnen der Fußball echt gefehlt hat. Deshalb ist es schön, dass der nächste Test schon am Dienstag ist, wenn wir den Landesligisten ASV Hamburg empfangen.

Statistiken zum Spiel

Aufstellung SC Victoria Hamburg:
Hendrik Rabe – Yannick Siemsen, Jan Kämpfer, Miguel Gimeno, Mateusz Kaim, André Branco – Gerrit Pressel, Nil von Appen, Konrad Janta – Luca Ernst, Nick Scharkowski (46. Mats Lahrtz)

Torfolge aus Sicht des SCV:
1:0 Nick Scharkowski (8.)
2:0 Luca Ernst (38.)
3:0 Mats Lahrtz (70.)
4:0 Yannick Siemsen (77.)
5:0 Mats Lahrtz (83.)


AUTOR: Mathias Reß