Stümer Ian-Prescott Claus (re.) schoss seinen Ex-Verein BU fast im Alleingang ab. Foto: Christian Küch

Das war mal wieder ein geiler Abend im Stadion Hoheluft. Am Freitag stieg das Oberligaduell zwischen unserer Ligamannschaft und dem HSV Barmbek-Uhlenhorst vor 476 zahlenden Zuschauern, die bestens unterhalten wurden. „So ein Spiel wünscht man sich. Das war Werbung für den Oberligafußball und von beiden Seiten ein geiles Spiel“, zeigte sich unser Trainer Marius Ebbers in der anschließenden Pressekonferenz mehr als begeistert. Genauso wie Ian-Prescott Claus, der sich ebenfalls zwar ruhig aber glücklich in die letzte Reihe setzte, um den Worten beider Coaches zu lauschen. Denn für unseren Stürmer war dies eine ganz besondere Partie, in der er seine eigene, sehr positive Geschichte schrieb.

„BU, ich höre nichts!“ – Goalgetter Claus bejubelt ein Tor.
Foto: Christian Küch

„Es kann sich Keiner vorstellen, wie glücklich ich bin. Sehr sogar“, strahlte Claus in einem Videointerview gegenüber des Onlineportals FussiFreunde.de. Zum Hintergrund: Der Stürmer stand letzte Saison noch in Diensten der Barmbeker, hatte aber nicht den fröhlichsten Abschied. Nun kam es zu einem Wiedersehen, in dem ausgerechnet Claus einen Dreierpack erzielte und auch wegen seiner kompletten Spielweise zum „Man oft the Match“ wurde. So, dass es von der Gegenseite ebenfalls jede Menge Lob hagelte, wie zum Beispiel von BU-Trainer Marco Stier: „Ian ist jetzt Spieler von Vicky. Er macht die Tore super. Sahnemäßig! Dazu kann man nur gratulieren.“ Dabei sorgte Claus in der zwölften Minute für unsere Führung. Jan Kämpfer spielte aus der Zentrale nach links auf Julian Schmid, der mit dem Ball am Fuß bis tief in den Strafraum rannte und ihn punktgenau vor das Gehäuse querlegte, wo Claus sich durch perfekte Laufwege frei lief und aus dem Sprint heraus aus sechs Metern vollstreckte. Das war dann so ein bisschen der Knotenöffner für die gesamte Partie aber auch für die Gäste aus Barmbek, die nun aufdrehten und uns tatsächlich vor einige brenzlige Situationen stellten, wobei sich unser Torwart Dennis Lohmann wieder und wieder mit Glanzparaden auszeichnete, bis aber auch er in der 40. Minute den Ausgleich nicht verhindern konnte, als der Ball nach einem Eckstoß in die Box zu Ronny Buchholz kam, dieser sich das Spielgerät zurechtlegte und und aus fünf Metern mit Vollspann das Leder in die Maschen drosch.

Bergmann stellt mal wieder seine Teamplayerqualitäten unter Beweis

Dennis Bergmann (mi.) bewies nicht nur seine Torjäger- sondern auch seine Teamqualitäten. Foto: Christian Küch

Mit diesem Unentschieden ging es in die Pause, doch schon kurz danach drehten die Gäste das Spiel und das zu diesem Zeitpunkt gar nicht mal so unverdient durch einen sehenswerten Treffer von Abdel Hathat in den linken Winkel (48.). Doch ein Jeder weiß, was wir draufhaben. Vor allem in unserem Stadion sind wir, wenn wir uns voll konzentrieren, einfach eine Macht. Man kann es nicht anders ausdrücken. Und deshalb ließen wir es auch nicht zu, dass dieser Rückstand lange aufrechterhalten wurde. Denn nur 78 Sekunden später brachte Dennis Bergmann im Vollsprint einen langen und hohen Ball von Kämpfer bemerkenswert unter Kontrolle, zog in die Mitte und traf aus 16 Metern flach rechts unten zum 2:2 Ausgleich. WOW! Was für ein Start in die zweite Halbzeit, die sich dann im weiteren Verlauf zu unseren Gunsten entwickeln sollte. Zum Beispiel, als der Barmbeker Niklas Sabas unseren Alexander Borck im Strafraum so von den Füßen holte, dass Schiedsrichter Johannes Mayer-Lindenberg (HTB) nichts Anderes übrigblieb, als auf den Punkt zu zeigen. Und eigentlich hätte Bergmann diesen Strafstoß für uns ausführen sollen, doch auch er wusste um die persönliche Wichtigkeit für Claus. Also trat „Bergi“ kollegial die Ausführung des Strafstoßes an seinen Teamkameraden ab. Claus trat an, verwandelte sicher und brachte uns mit diesem 3:2 in der 55. Minute erneut in Führung. Zehn Zeigerumdrehungen später setzte der Amerikaner noch einen drauf, als er in einem hervorragend vorgetragenen Umschaltspiel über zwei Kontakte final einen Pass von Borck auf die linke Seite in den Lauf bekam, noch ein wenig Richtung Strafraumeck zog und dann aus 16 Metern unhaltbar an den rechten Innenpfosten schoss, von wo der Ball schließlich zum 4:2 ins Tor flog. Es kam eine Mischung zwischen Freude und Erleichterung auf. Was davon überwog, war nicht herauszukristallisieren. Fakt war aber: Der Jubel war riesig. Genau wie nach dem Schlusspfiff, als dieser Zwischenstand zum Endergebnis wurde. Wir hatten nach den zwei Niederlagen aus der Vorsaison noch etwas gutzumachen. Genau das haben unsere Wikinger geschafft.



AUTOR: Mathias Reß; FOTOS: Christian Küch