Im Hintergrund dreht Süderelbe-Stürmer Samuel Louca (re.) zum Jubel ab. Unsere Wikinger sind bedient. Foto: Mathias Reß

Nachdem wir bereits unter der Woche, am Reformationstag, auswärts unterwegs waren (2:2 beim TSV Buchholz 08) ging es am Sonntag direkt wieder auf einen fremden Platz. Dieses Mal waren wir beim FC Süderelbe zu Gast, wo wir uns viel vorgenommen hatten. Wir wollten auch mal woanders wieder glänzen und stolz drei Punkte entführen. Einen Sieg einheimsen, was uns bisher nur im eigenen Stadion tadellos gelang – und beim SV Rugenbergen am Anfang der Saison. Schon früh sah alles top aus. Die Führung war schnell unter Dach und Fach gebracht und auch noch vor dem Pausentee ausgebaut. Doch dann lief die zweite Halbzeit, in der plötzlich wieder der allseits bekannte Wurm drin war.

Josef Shirdel (li.) stand wieder im Kader. Foto: Mathias Reß

Zu Beginn möchten wir erstmal über etwas wirklich sehr Schönes berichten. Bei unserem heutigen Gastspiel am Kiesbarg stand Josef Shirdel im Kader, der auf eine sehr lange Leidenszeit zurückblickt: Unser Sommerzugang verletzte sich am 08. September 2018, noch im Dress des Meiendorfer SV, sehr schwer. Er zog sich damals im Duell gegen den Wedeler TSV einen Kreuzbandriss zu, der ihn nun über ein Jahr außer Gefecht setzte. Jetzt ist der ehemalige afghanische Nationalspieler aber wieder zurück, was uns alle wirklich ein riesiges und freudestrahlendes Lächeln ins Gesicht zaubert. Bereits seit Wochen trainierte der Mittelfeldspieler immer mehr mit der Mannschaft und fand sich nun das erste Mal auf einem Spielberichtsbogen wieder. Für den Kicker selbst und für alle um ihn herum war das ein echt schöner Moment.

Komfortable SCV-Führung zur Halbzeitpause

Ian-Prescott Claus (Nr. 7) trifft zur 1:0-Führung. Foto: Mathias Reß

Und der „Shirdel-Zauber“ war auch gleich auf dem Feld zu erkennen. In der dritten Minute fand Yannick Siemsen mit einem langen Ball den in der Spitze gestarteten Topgoalgetter Ian-Prescott Claus. Der Stürmer brachte das Spielgerät gekonnt unter Kontrolle und chippte es über den herauseilenden Keeper hinweg ins gegnerische Gehäuse. Das fing echt gut an. Es hatten sich noch nicht mal alle Zuschauer ihre Plätze gesucht und da führten wir bereits mit 1:0. Auch in der Folge zeigten unsere Männer super Spielzüge, gute Kommunikationen, ein hervorragendes Passspiel und tolle Kombinationen. Deshalb war es alles andere als unverdient, als Siemsen, der zuvor noch für die Vorbereitung des ersten Treffers zuständig war, die Pille aus vier Metern zum 2:0 für unseren SCV einschob, nachdem er von Magnus Hartwig gekonnt bedient wurde (26.). Wir hatten das Geschehen voll im Griff und ließen die Hausherren so gut wie gar nicht zur Entfaltung kommen. Jedenfalls so lange, bis es zur Pause in die Katakomben ging.

Süderelbe dreht auf und am Ende auch das Spiel

Im zweiten Durchlauf war es dann nämlich so, dass wir irgendwie nicht mehr richtig ins Spiel kamen. Die Bewegungen wirkten etwas hektischer und das Abspiel klappte nicht mehr so, wie während der ersten 45 Minuten. Was war passiert? Die außenstehenden Vicky-Anhänger konnten sich jedenfalls keinen Reim daraus machen. Und dem gegenüber war plötzlich ein Team, dass zwar relativ klar zurücklag, aber dementsprechend auch frei aufspielte. Mehr und mehr nahmen die FCS-Schützlinge von Coach Timucin Gürsan das Heft des Handelns in die Hand. Deshalb war ihr Anschlusstreffer in der 60. Minute durch Samuel Louca auch absehbar. Und als es dann sieben Zeigerumdrehungen später nach einem Foulspiel von Tim-Julian Pahl auch noch zu einem Strafstoß für die Süderelberaner kam, den Christopher Mahrt so gut verwandelte, dass unser Keeper Dennis Lohmann keine Chance hatte, war unsere Führung gänzlich dahin. Dieser Ausgleich zum 2:2 schien die Gastgeber noch mehr zu beflügeln. Immerhin lagen sie zur Pause mit zwei Toren zurück, was sie nun neutralisierten. Das gibt natürlich neue Power. Wir wirkten hingegen etwas verunsicherter und nervöser, was aber ebenfalls irgendwie verständlich war. So gut wie wir in der ersten Halbzeit auftraten, so gut agierten die FCS-Kicker in der zweiten Halbzeit. Dass die „Kiesbargler“, durch einen erneuten Treffer von Samuel Louca, in der 79. Minute dann auch noch das Ergebnis gänzlich auf 3:2 drehten, war am Ende sogar verdient. Das müssen wir neidlos anerkennen. Somit verließen wir auch heute den fremden Platz nicht als Sieger, was wir zuhause, am kommenden Freitag gegen den Bramfelder SV natürlich wieder besser machen wollen. Darauf wird nun der Fokus gelegt und hingearbeitet. Immerhin können wir in unserem Stadion richtig schöne Fußballfeste feiern. Wir geben alles dafür, dass das dann hoffentlich auch wieder gegen den BSV so wird.


AUTOR: Mathias Reß