Jetzt – ein paar Stunden danach – fassen wir das mal so zusammen: Natürlich könnte man nur das sprechen lassen, was auf dem Papier steht. Nämlich 3x Elfmeter und eine gelb-rote Karte gegen unsere Wikinger. „Dann verliert man auch mit 0:4 an der Dieselstraße – ist doch klar.“ Doch so einfach können wir es uns heute nicht machen, auch wenn sicherlich die ein oder andere Schiedsrichterentscheidung freien Raum für Diskussionen lässt.

Foto: Christian Küch

Unser Trainer Marius Ebbers brachte es nach dem Apfiff auf den Punkt: „Wir haben das heutige Spiel zu 99 Prozent während der ersten 45 Minuten verloren.“

Selbstverständlich kann man mal in eine kleine Schockstarre verfallen, wenn der Unparteiische in der ersten Minute auf den Punkt zeigt und du ab dann schon ins Hintertreffen gerätst. Aber dann sollte man sich mal eben kräftig schütteln und schauen, dass die Kuh noch vom Eis zu holen ist. Nur leider klappte das nicht so, wie gewünscht. Unsere Wikinger zeigten sich unsicher, fehlpass-orientiert, liefen hinterher und fanden keinerlei Ordnung. Der zweite Gegentreffer, mit einem von BU sauber ausgespielten Schachzug, demonstrierte unsere Schwächen. Somit ging es mit einem 0:2 – aus unserer Sicht – zur Pause in die Kabinen.



Letztenendes wurde auch der letzte Funke Hoffnung erstickt

Foto: Christian Küch

Wieder zurück zeigten sich unsere Männer motiviert, viel geordneter, mit einer besseren Balleroberung und Ballbehauptung. Das Leder konnte festgemacht werden und wir kamen nun auch immer wieder in Offensivaktionen. Wäre der Pfostenschuss direkt nach Wiederanpfiff mal reingegangen – verdammt! Aber es sah dann trotzdem in der zweiten Hälfte einige Zeit so aus, als ob noch was gehen könnte. Es müsste nur erstmal der Anschlusstreffer her, dann würde der Platz brennen. Doch es kam anders. Ein weiterer Rückschlag war der Platzverweis für unseren Jan-Philipp Kalla, der in der 68. Minute mit der Ampelkarte frühzeitig duschen geschickt wurde.

Von nun an waren wir nicht nur nach Toren hinten dran, sondern zudem auch noch personell. Aber auch mit einem Mann weniger können wir guten Fußball spielen und Hürden nehmen. Das haben wir bei unseren Jungs in der Vergangenheit immer wieder mal erlebt. Deshalb war immernoch ein kleiner Funken Hoffnung vorhanden. Denn die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Oder eben in der 81. Minute, wenn es erneut einen Elfer gegen dich gibt, weil …. naja … lassen wir das (Fotos von dieser Szene sind bei unserem Fotografen Christian Küch in der Chronik zu sehen). Na denn – 0:3 also. Dann ist der Drops ja eigentlich gelutscht. Ach ne… moment … so langweilig sollte es nicht bleiben. Also nahmen wir auch noch den dritten Elfer des Tages gegen uns in Kauf. In der 84. Minute wurde dadurch dann aber der Schlusspunkt gesetzt. Es reichte dann aber auch mal irgendwann. Nach 90 Minuten, von denen die erste Hälfte wirklich nicht gut von uns war und der zweite Durchgang durch gewisse Momente entschieden wurde, möchte man dann aber auch bitte einfach nur noch den Schlusspfiff hören.

AUTOR: Mathias Reß