Manasse Fiounouke am Ball.
Foto: Norbert Gettschat

In unserer Stadionzeitung „Viktoria Echo“ veröffentlichen wir regelmäßig Interviews unserer Spieler. Nach einiger Zeit erscheinen Diese dann online auf unserer Homepage, so, dass auch Diejenigen sich ein Bild der Akteure machen können, die es nicht zu uns ins Stadion schafften. Heute erfahren wir etwas über Verteidiger Manasse Fionouke, der zum Beispiel darüber spricht, welcher schwere Verlust ihn prägte, dass er erst spät zum Fußball kam und was sein Lebensmotto ist.



Alter: 19 Jahre
Nationalität: Togo
Bisherige Vereine: Dersimspor, Concordia, Holstein Kiel und Niendorfer TSV (alle Jugend) Beziehungsstatus: glücklich vergeben
Spitzname: Mana

SC Victoria: Hi Mana, zuletzt warst du aufgrund deiner sehr guten Leistung in aller Munde. Du spielst sicher schon dein Leben lang Fußball, oder?
Manasse Fionouke: „Tatsächlich hatte ich bis zu meinem 14 Lebensjahr nie was mit Fußball zu tun. Erst dann habe ich mit einem Freund angefangen, zu kicken und habe mich einem Verein angeschlossen.“

Du trittst ernsthaft erst seit fünf Jahren gegen den Ball?
Fionouke: „Ja das stimmt. Und als der Unfall meines Bruders passierte, habe ich gesagt, dass ich es durchziehen und versuchen möchte, Profi zu werden, weil ich es meinem Bruder versprochen hatte.“

Du sprichst den Unfall an, als dein siebenjähriger Bruder 2013 auf einem Fußballplatz von einem umgestürzten Tor tödlich getroffen wurde.
Fionouke: „Genau, denn ich lege sehr viel Wert darauf, darüber zu sprechen. Ich bin nämlich auf der einen Seite ein lustig aufgelegter Typ, aber ich möchte, dass die Leute wissen, dass ich auch meine Erlebnisse hatte, die mich geprägt haben. Dazu gehört der Verlust meines Bruders.“

Und trotzdem, dass dieses Erlebnis so traurig und tragisch war, konntest du sportlich Kraft daraus schöpfen?
Fionouke: „Genauso ist es. Ich hatte deshalb viele Gespräche mit meiner Familie, aber gerade auch weil ich mein Versprechen gegeben hatte, es zum Profi zu versuchen, war klar, dass ich beim Fußball Gas geben werde. Außerdem bin ich meiner Freundin überaus dankbar, da sie mein Halt ist, indem sie mir den Rücken stärkt. So kann ich auch wirklich Freude am Fußball empfinden.“

Du bist der Jüngste in der Truppe. Lässt dich das die Mannschaft spüren?
Fionouke: „Nur wenn ich die Bälle oder andere Sachen tragen muss. Das gehört aber dazu. Irgendwann bin ich es nicht mehr. Generell kann ich jedoch sagen, dass sie mich das nicht spüren lassen. Ich wurde wirklich ganz toll aufgenommen und ich bin stolz, ein Teil der Vicky-Familie zu sein.“

Welche Situationen liebst du während des Spiels besonders?
Fionouke: Am meisten liebe ich das Gefühl, in einen Zweikampf reinzugehen und ihn zu gewinnen. Das ist das schönste Gefühl für mich als Innenverteidiger und kann nur dadurch getoppt werden, wenn ich mal ein Tor schieße. Das ist dann wirklich das Größte für mich.“

Gegen den TuS Osdorf hast du getroffen und bist danach Trainer Fabian Boll in die Arme gesprungen. Hatte das einen besonderen Hintergrund?
Fionouke: „Das war mein erster Treffer in der Oberliga. Deshalb wurde ich einfach von meinen Emotionen geleitet. Damit wollte ich mich bedanken. Denn auch wenn die neuen Trainer erst seit kurzem da sind, machen sie uns ja auch noch besser.“

Neben all den emotionalen Hintergründen sagtest du aber auch, dass du ein lustiger Typ bist. Kannst du das verdeutlichen?
Fionouke: „Ich würde mich sogar als einen mega lustigen Kerl bezeichnen. Ich liebe es, so zu sein, wie ich bin: leicht verrückt und witzig. Weil ich denke, dass man jeden Moment im Leben genießen sollte.“

Hast du auch ein Lebensmotto?
Fionouke: „Es gibt tatsächlich einen Satz für mich: `Steine sind dafür da, damit du sie aus dem Weg räumst´. Und was ich noch sagen will: O.T.F. ist für mich das wichtigste im Leben. Das bedeutet `Only The Family´. Dazu gehören für mich meine Freundin, meine Freunde und alle Menschen die mir ans Herz gewachsen sind. Denn die bleiben auch immer in meinem Herzen.“

Das ist wirklich ein sehr schönes Schlusswort. Vielen lieben Dank für das Interview. Wir drücken dir die Daumen, dass du deine momentan andauernde Verletzung am Sprunggelenk bald wieder auskuriert hast und gegen den Ball treten kannst.