Die Freude war groß nach dem Tor von Klaas Kohpeiß (zw. v. li.). Foto: Christian Küch

Wie schon auf der Internetplattform „www.fussifreunde.de“ zu lesen ist, wurde dem Tabellen-Zweiten FC Teutonia 05 seit dem 04. August 2019 keine Niederlage mehr zugefügt. Dementsprechend sind die diesjährigen Regionalliga-Anwärter am Freitagabend selbstverständlich mit etwas Rückenwind an die Hoheluft gereist. Doch der Spielort besagt auch, dass es nicht viele Teams schaffen, vom Lokstedter Steindamm etwas Zählbares zu entführen. Und genau diese Stärke unsere Wikinger sollten auch die Teutonen zu spüren bekommen.

Mittelfeld waren die Meter mit dem Ball immer stark umkämpft.
Foto: Christian Küch

In der ersten Halbzeit war wahrlich nicht viel los auf dem Platz. Jedenfalls wenn man nur darauf wartete, Torraumszenen zu bestaunen. Alle anderen Zuschauer, die sich zudem für taktisches Vorgehen und Spielzüge interessierten, kamen schon auf ihre Kosten, wenn auch tatsächlich im zweiten Durchgang mehr als zwischen dem An- und dem Pausenpfiff.  Einer dieser Zuschauer schrieb über die sozialen Medien: „Das war ein interessantes Spiel, mit einem verdienten Sieger.“ Und Vicky-Trainer Marius Ebbers sagte in der anschließenden Pressekonferenz: „Den Plan, den wir uns vorgenommen haben, haben die Jungs einfach echt super umgesetzt. Das muss man sagen, auch wenn wir in der ersten Halbzeit mit dem Ball, gerade in der Anfangszeit, ein bisschen Probleme hatten. Aber gegen den Ball haben die Jungs das wirklich richtig gut gespielt.“  Was Coach „Ebbe“ damit meinte, war, dass seine Victorianer im Spiel nach vorne bis zur Pause noch zu viel liegengelassen hatten, in der Defensive dafür aber besser agierten und regierten. Vor allem auch Keeper Hendrik Rabe, der erst gegen Vincent Boock auf kürzester Distanz eine tolle Fußparade präsentierte (7.) und in der elften Minute bei einem Kopfball von Sinisa Veselinovic eine Glanzparade auspackte. Aber auch seine Vorderleute arbeiteten nach hinten sehr gut, auch wenn die Gäste aus Ottensen bis zum Pausentee noch drei weitere Male in die Gefahrenzone eindrangen. Dabei vergaben Deran Toksöz mit einem Schuss über die Latte und Sinisa Veselinovic mit zu wenig Druck hinter dem Kopfball, die größten Gelegenheiten.  So ging es torlos in die Katakomben, um sich für den zweiten Durchgang zu stärken.

In Halbzeit zwei war Vicky aktiver dabei

Klaas Kohpeiß (mi.) erzielte das Tor des Spiels. Foto: Christian Küch

Marius Ebbers: „Auch in der zweiten Halbzeit haben die Jungs unseren Plan 1:1 verfolgt. Dafür wurden sie dann schließlich belohnt.“ Damit sprach der Trainer den Treffer zum 1:0 seiner Schützlinge an, der in der 61. Minute fiel, als Yannick Petzschke im Umschaltspiel Alexander Borck auf der rechten Seite mit einem sehenswerten Heber in Richtung Grundlinie schickte, von wo aus der Flügelflitzer den Überblick behielt und gezielt in den Rückraum passte. Dort positionierte sich Klaas Kohpeiß 14 Meter vor dem Kasten. Der Stürmer fackelte nicht lange und zog direkt aus halbrechter Position im Strafraum ab, so, dass das Leder rechts unten im Netz einschlug. Teutonen-Keeper Yannick Zummack sprang zwar noch in die richtige Ecke, kam jedoch zu spät.  Dieser Treffer war zu diesem Zeitpunkt mittlerweile ein verdientes Tor. Denn so wie die Kicker des FC Teutonia 05 in der ersten Halbzeit besser ins Spiel fanden, war das, nach dem Seitenwechsel, dann umgekehrt der Fall. Schon in der 53. und 54. Minute wurde erst ein Schuss von Klaas Kohpeiß ins Toraus abgefälscht und dann setzte Yannick Petzschke einen Kopfball über den Schlussmann hinweg an die Latte. Beide Szenen hätte schon früher die Führung für den SC Victoria bedeuten können. Doch nun galt es für die Gastgeber, den Tore-Vorsprung noch eine halbe Stunde lang, über die Zeit zu bringen. T05-Coach Sören Titze sagte nach der Partie: „Wir haben aus unseren ganz klaren Torchancen, die es in der ersten Halbzeit für uns gab, zu wenig gemacht. Solche Spitzenspiele entscheiden Nuancen. Nach dem Gegentor war ich so ein bisschen auch von meiner Mannschaft enttäuscht, weil ich das Gefühl hatte, dass Victoria mehr dafür getan hat, dieses Spiel nach Hause zu bringen. Victorias Spieler waren agiler, haben mehr an sich geglaubt, haben gut zugestellt, waren präsent, haben sich angefeuert und sind auch sogenannte Dreckswege gegangen. Sicherlich waren bei uns auch nochmal eins, zwei gute Bälle dabei, die wir aber nicht sonderlich gut rausgespielt haben, sondern eher ein Zufallsprodukt waren. Wir sind die ganze Zeit eigentlich nur am Leben geblieben, weil Vicky – in meinen Augen – die Konterchancen, die sie dann hatten, auch nicht gut umgesetzt haben.“

Schlussphase bringt super Chancen auf beiden Seiten

Dennis Bergmann (Nr. 10) traf lediglich den rechten Pfosten. Foto: Christian Küch

In der Tat waren die Wikinger nach ihrer erzielten Bude näher am zweiten Treffer dran, als die Gäste am Ausgleich. In der 84. wurde schließlich auch noch Victorias Stürmer Ian-Prescott Claus im Strafraum von den Beinen geholt, was einen Foulelfmeter für die Hausherren zur Folge hatte. Der Gefoulte trat selbst an und Keeper Yannick Zummack parierte den Strafstoß bärenstark, indem er das Leder an die Latte lenkte, von wo der Ball zurück ins Spiel sprang und sich die Torgefahr legte. Auch auf der anderen Seite konnte sich Torwart Hendrik Rabe gegen Ex-Profi Davidson Eden durch eine prima Vereitelung einer Großchance noch einmal beweisen (89.). Vor allem die Schlussminuten hatten es in sich. Denn neben dem angesprochenen Elfmeter und der Chance für die Gäste, verfehlte Ian-Prescott Claus das Teutonen-Gehäuse nur knapp (90.) und Dennis Bergmann war sogar noch näher dran, doch der Angreifer traf lediglich den rechten Pfosten (90.+2). So hätten die beiden Kicker die Führung hochschrauben und Ruhe ins Spiel bringen können. Stattdessen bekam Teutonia die allerletzte Gelegenheit, um vielleicht doch noch einen Lucky-Punch zum Unentschieden zu setzen. Doch der eingewechselte Felix Vobejda brachte es fertig, zehn Meter vor dem Tor aus zentraler Position die Kugel weit über das Ziel hinauszuschießen (90.+3), was dann schließlich auch den Sieg für den SC Victoria bedeutete. T05-Coach Sören Titze: „Am Ende des Tages, aufgrund ihres Kampfeswillen, kann man es als einen verdienten Sieg für Victoria bezeichnen“, erkannte der Trainer neidlos an und zeigte sich dadurch als ein fairer Verlierer und Sportsmann.


AUTOR: Mathias Reß