Das Offensivtrio Alexander Borck (li.), Ian-Prescott Claus (zw. v. li.) und Doppelpacker Magnus Hartwig (Nr. 26). Foto: Christian Küch

Premiere an der Hoheluft! Dadurch, dass Coach Marius Ebbers aus privaten Gründen fehlte, nahm unser zweiter Trainer Martin Spreitz das erste Mal als Victorianer allein das Zepter in die Hand. Am Ende besiegten wir den Bramfelder SV deutlich mit 5:0, was auch verdient war, wenngleich uns die Gäste, die als Tabellenschlusslicht anreisten, etwa 50 Minuten lang mehr abverlangten, als es der ein oder andere Zuschauer im Vorfeld annahm. Trotz zweier guter Drangphasen des BSV behielten wir aber durchgehend die Dominanz und erspielten uns immer wieder Torabschlüsse, was auf Seiten des Gegners nicht so häufig zu sehen war. Deshalb ist das Ergebnis auch in der Höhe verdient, doch wegen der Laufleistung, der Leidenschaft, des Gegenpressings und des ansehnlichen Umschaltspiels musste man den Ellernreihe-Kickern einfach auch ein Lob aussprechen, was Martin Spreitz auf der Pressekonferenz dann tat: „Prinzipiell finde ich, dass eure Leistung besser ist, als der Tabellenstand.“ An der Dominanz unserer Truppe kamen sie aber trotzdem nicht vorbei.

Stürmer Magnus Hartwig trifft gegen Bramfeld doppelt. Foto: Christian Küch

„Wenn es die Jungs so machen wie heute, ist es für mich auch nicht die schwerste Aufgabe“, strahlte Spreitz, als er gefragt wurde, wie es denn für ihn gewesen sei, Marius Ebbers allein zu vertreten. Diese positiven Worte, die der Trainer damit an die Mannschaft richtete, taten nach der Niederlage am vergangenen Sonntag beim FC Süderelbe echt gut. „Deshalb haben wir die Woche über auch mal die Köpfe zusammengesteckt und Tacheles geredet, was für heute gut funktionierte. Denn heute war es auf jeden Fall eine sehr, sehr ordentliche Leistung. Die Mannschaft war total engagiert und gerade auch in der ersten Halbzeit hat man gut gesehen, wie gut wir selbst pressen konnten und dem Gegner dadurch kaum Luft zum Atmen gelassen haben.“ Genau das funktionierte tatsächlich sofort. Deshalb war es nicht überraschend, dass es bereits in der dritten Minute das erste Mal klingelte, als Magnus „Maggi“ Hartwig eine Hereingabe von Alexander Borck perfekt verarbeitete. Und auch beim nächsten Treffer waren es diese beiden, in derselben Rollenverteilung, die in der 23. Minute für den Ausbau auf das 2:0 verantwortlich waren. Im Anschluss legten die Gäste dann aber noch mal ein paar Schippen drauf, so, dass es im weiteren Verlauf zunächst nicht unbedingt den Anschein machte, als würde es in dem Spiel ein sehr deutliches Ergebnis geben. An einem Heimsieg für uns brauchte man aber trotzdem nicht zweifeln, da wir die Partie durchgehend im Griff hatten. Denn nennenswerte Torabschlüsse brachten die Bramfelder in Person von Raoul Bouveron während des gesamten Duells nur zweimal auf den Kasten. Pro Halbzeit eine guten Chance, bei denen unser Torwart Dennis Lohmann beide Male mit starken Reaktionen und Aktionen den Einschlag verhinderte.

„Tor-Klau“ betrübt etwas

Ian-Prescott Claus markierte seinen 14. Saisontreffer. Foto: Christian Küch

Unsere Wikinger tauchten da schon ein paar Mal häufiger vor dem gegnerischen Kasten auf. Allein Ian-Prescott Claus kam einige Male zum Abschluss. Der Stürmer versenkte die Pille nur leider nicht, obwohl sich für ihn teilweise Großchancen ergaben, die er normalerweise selbst im Schlaf verwandelt. Dafür erledigte es der Angreifer in der Schlussviertelstunde dann aber mit der schwersten aller Aktionen. Denn nach einem punktgenauen Zuspiel von Dennis Richter, brachte Claus das Leder unter ärgster Bedrängnis an der Strafraumgrenze unter Kontrolle, tunnelte einen Abwehrspieler, drang in den Strafraum ein und traf zum 3:0, nachdem er auch noch dem Keeper durch die Beine schoss (78.). Ab dann gehörte in der finalen Phase das Spiel nur noch uns. Denn nach dem dritten Treffer konnte nichts mehr anbrennen. Zurücklehnen war aber nicht, dafür steht unsere Mannschaft nämlich nicht auf dem Platz. Wir wollen immer weiter kicken, bis der Unparteiische abpfeift. Und genau deshalb fielen kurz vor dem Ende noch zwei weitere Treffer für unsere Elf: In der 86. Minute kam der Ball nach einem Eckestoß schließlich zu Ian-Prescott Claus, der im Strafraum kurz auf Yannick Petzschke ablegte. Der mit aufgerückte Innenverteidiger zog sofort aus etwa sieben Metern ab und zielte dabei von rechter Position flach auf das lange Eck. Der Bramfelder Keeper war geschlagen und der Ball auf dem Weg ins Tor. Das wäre tatsächlich nicht mehr zu verhindern gewesen. Doch BSV-Akteur Cedric Stoppel versuchte diesen aussichtslosen Versuch trotzdem, rutschte mit gestrecktem Bein einen Meter vor der Linie in den Schuss und grätschte somit das Spielgerät über die eigene Linie. Dieses 4:0 sorgte aber nicht nur für Freude auf unserer Seite, da der Treffer nicht Petzschke sondern dem gegnerischen Spieler zugeschrieben wurde, obwohl der Ball so oder so die Linie überquert hätte. Die letzte Bude zum 5:0 fiel ohne Diskussionen in der allerletzten Sekunde. Eine Flanke von Richter kam am zweiten Pfosten herunter, wohin sich der eingewechselte Klaas Kohpeiß bewegte und das Spielgerät von dort mit einem Kopfballtorpedo unhaltbar in die Maschen schädelte.

„Für das nächste Auswärtsspiel drehen wir noch an den mentalen Schrauben.“

Martin Spreitz freute sich sehr über den Sieg. Foto: Christian Küch

Oberligapartien an der Hoheluft lohnen sich wirklich. Auch in diesem Duell haben wir wieder viele schöne Spielzüge auf beiden Seiten, tolle Tore und jede Menge Leidenschaft bewundern können. Unterhaltung pur auch bei etwas kälteren Temperaturen. So wird es bestimmt auch das nächste Mal, wenn wir am Freitag den 22. November um 19:30 Uhr zum Rückrundenauftakt den Niendorfer TSV empfangen dürfen. Davor geht es aber am kommenden Sonntag den 17. November erstmal auswärts zum TSV Sasel, wo das Spiel um 15 Uhr beginnt. Bisher lief es auf fremden Plätzen nicht ganz so gut für uns, was sich aber wieder ändern soll. „Wir können genauso gut wie daheim, auch auswärts Fußball spielen“, machte Martin Spreitz zum Abschluss klar und fügte noch an: „Vielleicht müssen wir noch einen Ticken die Schrauben nachziehen, dass wir nächste Woche in Sasel auch mental auf der Höhe sind aber ich sehe da jetzt keine wirkliche Auswärtsschwäche von uns und ich hoffe, dass wir das am nächsten Sonntag beweisen können.“


AUTOR: Mathias Reß