Erinnern wir uns an das Eröffnungsspiel, das der Niendorfer TSV gegen unseren SC Victoria bestritt. Damals war die Partie wahrlich kein „Leckerbissen“ für die Zuschauer. Schließlich trennten sich beide Teams mit einem 1:1 Unentschieden. Am Freitagabend kam es dann beim Auftakt der zweiten Halbserie zum Rückrundenspiel im Stadion Hoheluft. Und im Vergleich zur im Sommer ausgetragenen Partie, konnten viele Parallelen gezogen werden. Jedenfalls in der ersten Halbzeit. Denn in der Zweiten war durchaus mehr Feuer drin.

Das Spiel begann mit einer Gedenkminute. Nur wenige Tage zuvor hatten wir, der SC Victoria, einen guten Freund durch einen tragischen Unfall verloren. Andrés Ochoa wurde lediglich 25 Jahre jung. Viel zu jung für solch einen wunderbaren Menschen. Aber nichtsdestotrotz läuft die Saison weiter. Deshalb stand auch das Rückspiel gegen den Niendorfer TSV an, indem wir unsere Heim-Siegesserie (bis dato neun Punktspiele – neun Siege) weiter ausbauen wollten. Am Ende blieben wir zwar daheim weiterhin ungeschlagen, aber gewinnen konnten wir nicht. NTSV-Coach Ali Farhadi: „Ich bin stolz, dass wir als erste Mannschaft hier einen Punkt mitnehmen.“ Das durfte der Niendorfer sein. Denn auch wenn unser Trainer Martin Spreitz in der anschließenden Presskonferenz sagte, dass es ein „hätte, wäre, wenn nicht gibt“, wird hier nun trotzdem geschrieben: Hätte die gegnerische Abwehrkette nicht so gut gestanden, wie sie es tat und wäre beispielsweise der Pfostenschuss von Klaas Kohpeiß in der dritten Minute rein, statt gegen das Aluminium geflogen, dann, so konnte man davon ausgehen, hätten unsere Wikinger das Spiel vollkommen an sich gerissen. „In mancher Situation fehlte uns das bisschen Glück“, so Spreitz. Wie zum Beispiel bei einem unserer Torschüsse in der zweiten Halbzeit, als der Gäste-Keeper bereits geschlagen war und ein Abwehrspieler in letzter Sekunde den Ball mit seinem Kopf gefühlt nur einen Zentimeter vor der Latte noch über das Gehäuse köpfte. Und das war nur eine der „unglücklichen Szenen“ aus unserer Sicht.

Tore fielen aber dennoch, wobei die Gäste vom Sachsenweg in der 18. Minute in Führung gingen: An der rechten Außenbahn führte Tim Krüger kurz hinter der Mittellinie schnell einen Freistoß aus, als er sah, dass sich Leon Meyer aus unserer Abwehrreihe, die sich noch orientierte, davonstahl. Meyer lief bis zur Grundlinie und flankte scharf vor unseren Kasten, wo Oliver Doege mutterseelenallein aus fünf Metern einnetzen konnte. Ein kleiner Geniestreich, der uns andersrum zu der Zeit auch mal ganz gutgetan hätte. Denn bis zum Pausentee erspielten wir uns zwar immer wieder gute Offensivaktionen, doch im finalen Teil blieb dann noch ein bisschen was auf der Strecke. Das änderte sich aber im zweiten Durchlauf. Martin Spreitz nahm einen Doppelwechsel vor und brachte Ian-Prescott Claus und Yannick Siemsen, die unserem Spiel in der Folge richtig guttaten. Claus war es auch, der dann schon in der 48. Minute einen Geniestreich für unsere Mannschaft auspackte: Von halblinks brachte der Offensivakteur aus der Drehung heraus einen scharf getretenen, halbhohen Ball an die Strafraumkante, der so viel Drall besaß, dass er nicht verteidigt werden konnte. Stattdessen bekam Luca Ernst das Leder von einem Niendorfer mit der Brust aufgelegt, so, dass er direkt auf Magnus Hartwig weiterleiten konnte. Der Stürmer brachte die Pille in der Gefahrenzone unter Kontrolle und zog ab. Dabei ließ er sich auch nicht von einer dreifachen Bedrängnis irritieren. NTSV-Torwart Rene Melzer konnte das Spielgerät nur abklatschen. Und zwar vor die Füße von Dennis Bergmann, der dort goldrichtig stand und dadurch, mit seinem zwölften Saisontreffer, den Ausgleich erzielte.

Ob am Boden oder in der Luft – Vicky war meistens in besserer Position.
Foto: Christian Küch

Im weiteren Verlauf des Duells drängten wir immer mehr auf das Führungstor. Niendorf-Coach Farhadi: „Es wurde von Minute zu Minute schwerer für uns. Was wir hinten verteidigt haben, war wirklich stark.“ Denn unsere Victorianer rannten ein ums andere Mal an. Immer wieder tauchten sie gefährlich vor dem Kasten der Gäste auf. Sie übten phasenweise richtigen Druck aus. Die Leistungssteigerung im Vergleich zum ersten Durchgang war ganz klar zu erkennen. Spreitz: „Mit der ersten Halbzeit bin ich nicht zufrieden. Da fehlten uns zwei bis drei Prozent. Deshalb haben wir falsche Entscheidungen getroffen. In der zweiten Halbzeit waren wir wesentlich besser. Die Leistung war dann so, wie wir sie uns vorstellen.“ Ein weiteres Tor blieb uns allerdings verwehrt, weshalb wir am Ende eine Punkteteilung akzeptieren mussten. Aufgrund der letzten 45 Minuten durften sich unsere Wikinger aber trotzdem auf die Schulter klopfen. Denn die Leistung war wirklich toll und es hatte Spaß gemacht, zuzuschauen. Danke dafür, Männer! 

By the way: In der 82. Minute krachte der Gäste-Torwart mit Klaas Kohpeiß zusammen, blieb etwas benommen liegen und musste behandelt werden. Eine Auswechslung war nötig. Wir möchten es deshalb nicht verpassen, dem Keeper von der Gegenseite selbstverständlich eine gute Besserung zu wünschen. Dass er schnell wieder auf die Beine und auf den Platz kommt. Apropos „auf den Platz kommen“: Unsere nächste Partie ist am Sonntag den 01. Dezember um 10:45 Uhr an der Brucknerstraße beim USC Paloma. Und am Freitag den 06. Dezember empfangen wir in unserem Stadion Hoheluft zum letzten Duell vor der Winterpause das Team von Concordia. Bei beiden Spielen freuen wir uns wirklich ganz doll über jeden einzelnen Zuschauer. Also dann: Bis dahin.


AUTOR: Mathias Reß