Joshua Freude streichelt den Ball und lässt seine Verfolger einfach stehen. Foto: Christian Küch

Wie gewohnt, stellen wir nach und nach die Spieler unserer Ligamannschaft ein bisschen näher vor. Das in Form eines Interviews, wofür sich die Akteure sehr gerne zur Verfügung stellen. Nachdem diese Unterhaltungen in unserer Stadionzeitung abgedruckt wurden, erscheinen sie mit einem gewissen Abstand dann auch online auf unserer Homepage www.sc-victoria.de, was zudem auf unserer Facebook- und Instragam-Seite verlinkt wird. Dieses Mal freuen wir uns darüber, etwas mehr von unserem Jüngsten, Joshua Freude, zu erfahren.

Alter: 20
bisherige Vereine: FC St. Pauli, SV Werder Bremen, JSG Apensen/Harsefeld
Spitzname: Joshi
Beziehungsstatus: „Auf der Suche“

SCV: Moin Joshi, heute dürfen wir ein bisschen hinter DEINE Kulissen schauen. Was für ein Typ du bist?
Joshua Freude:
„Moin, ich bin eher ein ruhiger Charakter. Vielleicht ist auch `bescheiden´ das passendere Wort. Aber wenn ich Leute gut kenne, komme ich mehr aus mir raus. Auf Malle würde man dann auch nicht von mir behaupten, dass ich ruhig bin (grinst). Dennoch bin ich Niemand, der im Mittelpunkt stehen muss. Ansonsten bin ich sehr ehrgeizig. Mit klaren Zielen, die ich verfolge, um diese auch zu erreichen.“

Wie vereinbart sich dein ruhiger/bescheidener Charakter mit dem Fußball?
Freude:
„Auf dem Platz ist das was Anderes. Da kann ich auch mal dazwischenhauen. Generell bin ich nicht der auffälligste Spieler, der durch gewisse Einzelaktion glänzt, aber ich bin immer wichtig für das Team gewesen. Eben durch Eigenschaften wie Zuverlässigkeit, was die Trainer in meiner bisherigen Karriere immer an mir geschätzt haben. Auf meinen Positionen ist es wichtig, dass man sich auf mich verlassen kann und nicht, dass ich 25 Tore schieße.“

Du sprichst schon jetzt von deiner „bisherigen Karriere“. Durch deine U17 und U19 Bundesligaerfahrung aber auch vollkommen zurecht. Berichte mal bitte.
Freude:
„Ich habe von 2012 bis 2017 beim SV Werder Bremen gespielt, dann noch ein halbes Jahr für den FC St. Pauli, bevor ich hierher zur A-Jugend gewechselt bin. Hier spiele ich jetzt in meinem zweiten Herrenjahr und bin auf jeden Fall zufrieden. Außerdem ist das hier total mit meiner Ausbildung vereinbar. Ich mache gerade ein duales Studium zum Betriebswirt und dazu noch nebenbei meinen `Bachelor of Business Administration´, BWL sozusagen, mit einer Partner-Uni in Utrecht.“

Du wohnst südlich von Hamburg in Niedersachsen. Wie passte die Schule mit dem SV Werder Bremen zusammen?
Freude:
„Das ging nicht ohne meine Eltern. Ich bin vom Harburger Bahnhof gependelt, hatte das aber immer nur geschafft, weil mich meine Mutter von der Schule abgeholt hat. Die ging bis um 15:30 Uhr und um 15:57 Uhr fuhr der ICE in Harburg los. Meine Mutter hatte meistens noch eine Kleinigkeit zu Essen mit dabei und dann ging es nach Bremen. Die ersten Jahre wurden wir dort am Hauptbahnhof noch von den Trainern abgeholt aber ab der U16 mussten wir dann selbst mit der Straßenbahn bis zum Weserstadion fahren. Da blieb dann mit umziehen nicht viel Zeit.“

Das hört sich für einen jungen Menschen schon nach sehr viel Stress an.
Freude:
„Du musstest ja viermal die Woche im Training alles abrufen, damit du am Wochenende spielst. Aber es hat alles gepasst. Auch die Schulnoten stimmten. Die täglichen Zugfahrten, von bis zu zwei Stunden, habe ich dann immer zum Lernen genutzt.“

Du konntest das alles also trotz aller Strapazen genießen?
Freude:
„Auf jeden Fall. Und ich bin meinen Eltern auch sehr dankbar dafür. Denn ohne sie wäre das echt nicht möglich gewesen. Sie standen vollkommen hinter mir. Egal, ob es auch mal nach Berlin oder anderswo hinging.“

Wir freuen uns mit dir, dass du das alles erleben durftest. Hast du zum Abschluss noch ein Statement für/über dein jetziges SCV-Team?
Freude:
„Das Team ist mega! Hier herrscht ein unglaublicher Teamgeist. Jeder kommt mit Jedem klar. Selbst in der Jugend war es nicht so, wie es jetzt hier ist. Außerdem besitzt die Truppe eine unfassbare Qualität und Erfahrung. Gerade ich, als junger Spieler, kann von den anderen viel lernen. Vor allem charakterlich, körperlich und natürlich auch sportlich.“


AUTOR: Mathias Reß