Luca Ernst hat immer den Ball im Blick. Foto: Christian Küch

Zu jedem unserer Heimspiele erscheint in unserer Stadionzeitung „Victoria Echo“ ein Interview mit einem Teammitglied der Liga-Mannschaft, um die Jungs nach und nach auch mal „etwas anders“ kennenzulernen. Nach etwas zeitlichem Abstand veröffentlichen wir dann diese Interviews auch im Internet. So lest ihr heute, in welcher Verbindung Luca Ernst mit dem deutschen Nationalspieler Toni Kroos steht, woher der Wikinger stammt, ob er sich eine familiäre Zukunft vorstellen kann und was ihn bei einem Kennenlernen so besonders Macht. Außerdem verrät uns der Mittelfeldakteur auch seine charakterlichen Stärken.

Alter: 22
Position: Mittelfeld
Vereine: Eintracht Norderstedt, SCALA (beide Jugend)
Spitzname: Toni
Beziehungsstatus: single
Hi „Toni“! „Luca“ können wir uns ja sparen, stimmts? Erzähl uns mal bitte, wie du zu deinem Spitznamen gekommen bist.
Luca Ernst:
„Tatsächlich ruft mich kaum noch Jemand bei meinem richtigen Namen. Für fast alle, auch schon für einige auf der Arbeit, bin ich Toni. Ich habe mich mittlerweile schon sehr daran gewöhnt. Gegeben hat mir den Spitznamen, und da kann es nur einen geben, natürlich Dennis Bergmann. Diggi sagte, dass meine Spielweise wohl der von Toni Kroos ähnelt. Ob das stimmt, kann er besser beurteilen.“
Jetzt wissen wir auch mal, woher dein Spitzname stammt. Aber woher stammst du eigentlich?
LE: „
Ich bin in Schleswig-Holstein, an der Grenze zu Hamburg, aufgewachsen, bin aber vor etwa anderthalb Jahren nach Hamburg gezogen, was die Fahrerei einfacher macht. Es war ein bisschen doof, von der Uni nach Hause und dann wieder zurück zum Training zu fahren. Jetzt wohne ich allein in einer gemütlichen Zwei-Zimmer-Wohnung in Barmbek. So wie es jetzt ist, das passt schon so.“
Kannst du dir vorstellen, irgendwann eine eigene Familie zu gründen?
„Jetzt ist das noch kein Thema. Ich lasse alles auf mich zukommen. Ich bin single und jetzt nicht voll auf der Suche nach einer Beziehung. Aber es ist definitiv mein Wunsch, mal zu heiraten und Kinder zu haben. Ich würde mich schon als einen Familienmenschen bezeichnen.“
Charakter: Welche positiven und negativen Züge könntest du noch über dich verraten?
(lacht) „Darauf war ich jetzt gar nicht vorbereitet. Aber es könnte für Manche vielleicht etwas negativ sein, dass ich, wenn ich Jemanden noch nicht so gut kenne, ein bisschen vorsichtig und zurückhaltend bin, was sich ändert, wenn ich mehr mit Jemandem zu tun habe. Ansonsten finde ich an mir positiv, dass ich ein sozialer Mensch bin. Bei mir ist jeder herzlich willkommen. Ich habe für Jeden ein offenes Ohr. Und ich bin absolut zuverlässig. Bedeutet: Wenn ich etwas zusage, dann mache ich das auch, worauf man sich bei mir immer verlassen kann.“
Was muss passieren, dass du nach einem Kennenlernen für dich nicht mehr „vorsichtig“ musst?
„Für mich ist das zwischenmenschliche Miteinander enorm wichtig. Das muss passen. So wie beim SCV. Ich bin hier jetzt in meiner vierten Saison. Vicky ist meine erste Herrenstation. Es war für mich klar, dass ich so lange hier bin, weil die Mannschaft echt immer ein super Miteinander pflegt. In den letzten Jahren hat sich zwar die Hälfte des Teams geändert aber das Miteinander ist immer klasse. Dazu gehört, dass man sich auch privat sehr gut versteht. Und genau das ist in unserer Mannschaft außerordentlich gut gegeben.“
Würdest du dich auch als harmoniebedürftig bezeichnen?
„Ja so ein bisschen auf jeden Fall. Ich denke, so ein bisschen trägt das Jeder in sich. Es ist immer schön, wenn man sich an seinem Platz wohlfühlt. Egal, ob es auf der Arbeit oder beim Fußball ist. Deswegen kann ich bei dieser Frage schon zustimmen.“
Wenn du mit den anderen unterwegs bist, kannst du dann auch mal so richtig aus dir ausbrechen?
„Ja doch, auf jeden Fall. Wenn ich mit den Jung losgehe, kann ich schon aus mir herauskommen. Es gibt immer wieder Menschen, die sich das bei mir nicht vorstellen können, weil ich auf den ersten Eindruck eben schüchtern und zurückhaltend bin. Aber ist das Eis gebrochen, kann man mit mir auch jede Menge Spaß haben.“
Auf dem Platz brauchst du dich mit deinen Anlagen aber nicht „verstecken“. Da müssten eher die Gegner vor dir flüchten. Danke für das echt schöne Interview.


AUTOR: Mathias Reß