Hardy Brüning (Foto) hat sich schnell mit dem Verein identifizieren können.

Derzeit wächst der SC Victoria Hamburg immer weiter. Was aber auch bedeutet, dass es immer mehr personelle Aufstockungen gibt. Nun stießen für den Bereich Trainer- und Nachwuchsförderung – Anfang Februar – Kay Wohlers und Hardy Brüning (41) zum Verein. Wir haben uns mit beiden Sportsleuten unterhalten, um sie selbst und ihre Tätigkeit ein wenig vorzustellen. Heute erfahren wir, wie Brüning (Die Vorstellung von Kay Wohlers folgt in Bälde), der bereits als aktiver Spieler beim SCV auflief, dazu kam, bei Vicky einzusteigen, um welche Bereiche er sich genau kümmern wird und welche Visionen er im Bezug auf den Klub von der Hoheluft hat.

„Ich möchte, dass irgendwann jede erste Jugendmannschaft des SCV mindestens in der höchsten Hamburger Liga spielt. Gerne auch noch einen Schritt weiter. Nämlich, dass man die A, B und C-Jugend in den Regionalligabereich bringt, um da einfach auch präsent zu sein“, berichtet Hardy Brüning, wenn man ihn auf seine Visionen anspricht, die er in Bezug auf den SC Victoria und seine neue Tätigkeit hat. Um dieses Ziel zu erreichen, geht der Sportsmann, der schon in der Saison 2005/06 unter Coach Bert Ehm als Verteidiger im Stadion Hoheluft im Vicky-Dress auflief, nun gemeinsam mit einem starken Team ein neues Projekt an: Eine interne Trainerweiterbildung. „Wir möchten gerne den ein oder anderen Trainer an die Hand nehmen und ihm ein paar Tipps geben. Es gibt zwar schon echt gute Trainer beim SC Victoria aber wir möchten ihnen eine Hilfestellung ermöglichen, so, dass wir es in Zukunft eben wirklich schaffen können, alle unsere Jugendteams in den Leistungsbereich zu bekommen. Und zwar wirklich alle Jahrgänge.“ Dafür müsse man jeden einzelnen Coach „abholen“, um wieder zu einer Einheit zusammenzuwachsen. Das sei die Voraussetzung, solch ein Projekt durchführen zu können.

Brüning teilt sich die Aufgaben mit einem starken Team

Brüning arbeitet mit seinem Team intensiv an der Trainer- und Nachwuchsarbeit.

Zum Team für dieses Unterfangen gehören auch: „Kay Wohlers, der ebenfalls seit Anfang des Jahres zum Verein hinzugestoßen ist und viele Trainergespräche führt, um neue Trainer zu gewinnen, David Eybächer der nicht nur ein ehemaliger Ligaspieler ist, sondern auch ein sehr großes Ansehen im Verein genießt und sich emotional und mit viel Engagement um die Integration der jüngsten Kicker einsetzt, Guido Weber der mit seinem Knowhow und Organisationstalent ebenfalls ein ganz wichtiger Teil bei diesem Projekt ist und Shaher Shehadeh der bereits ganz lange zum Verein gehört und den oberen Bereich der Jahrgänge mit zu verantworten hat.“ Jeder habe so seine individuellen Stärken, womit sie die Nachwuchs- und Trainerarbeit beim SC Victoria voranbringen wollen.

Dass Brüning seit bereits ein paar Monaten seine Ideen mit einbringt und zum Team gehört, verdanken wir einem lockeren Gespräch zwischen ihm und unserem 1. Vorsitzenden Ronald Lotz. Auf einer Trainerweiterbildung vom „Bund Deutscher Fußballlehrer“ kam es zu einem zufälligen Treffen, bei dem sie in einen konstruktiven Plausch verfielen. Dass es zu diesem unverhofften Meeting kam, ist letztendendes ein Glücksfall für alle Beteiligten. Denn genau zu der Zeit fing Brüning an, der damals noch für die Real Madrid Fußballschule tätig war, sich beruflich umzuorientieren. Nun hat er eine neue Tätigkeit gefunden und obendrein sogar noch Zeit, sich 20 Stunden pro Woche um die neue Vereinsaufgaben bei Vicky zu kümmern.

Wichtig, um das Interesse des ehemaligen Trainers, Brüning führte bereits den Bramfelder SV in die Oberliga und war danach A-Jugendtrainer beim SC Condor und TSV Sasel, zu gewinnen, waren dem Fußballliebhaber die positiven Gegebenheiten, die ihm beim SC Victoria geboten werden. „Ich weiß noch von damals, dass der SCV ein seriös und klasse geführter Verein mit tollen Möglichkeiten ist“, berichtet Brüning, führt aber auch weiter aus, dass er bis zur Unterhaltung mit Ronald Lotz gar nicht wusste, „dass das jetzt mittlerweile alles schon so groß geworden ist.“

„Wir Erwachsenen haben einen großen Einfluss auf die Jugend“

Brüning möchte alle Trainer in ein gemeinsames Boot holen.

Ein gutes Umfeld, ein sehr freundschaftliches Verhältnis innerhalb des Vereins, hervorragende Trainingsbedingungen und ein absoluter Rückhalt des Vorstandes. Das sind schon mal echt tolle Basics, um ein Projekt überhaupt starten zu können. Doch wie stellt sich der ehemalige Innenverteidiger die Nachwuchsgewinnung genau vor? „Das steht und fällt mit dem Training, das wir anbieten. Die Möglichkeiten die wir mit dem Stadion, den ganzen anderen Kunstrasenplätze, Hallen und Schulkooperationen haben, gibt es so in der Form, glaube ich, fast kein zweites Mal. Damit sind wir in Hamburg schon echt spitze.“ Doch was die Jahrgänge betrifft, sind die aktuellen Spielerzahlen doch sehr unterschiedlich. In den unteren Jahrgängen gibt es bereits „unheimlich viele Spieler“, wie Brüning bereits feststellen konnte. „Wir haben Wartelisten im Kindergartenbereich und in Trainingsgruppen, in denen wir schon zusätzlich Training anbieten, um die Kinder nicht zu anderen Vereinen schicken zu müssen. In den oberen Jahrgängen haben wir jedoch ein paar Probleme, was die Anzahl der Spieler angeht. Das liegt aber, glaube ich, daran, dass die Jugendlichen aus den oberen Jahrgängen heutzutage ganz andere Interessen haben. Aber auch daran, dass die vermeintlichen Talente von anderen Vereinen, die in den jeweiligen Jahrgängen besser sind, abgeworben werden.“ Um es zu schaffen, die Kinder und Jugendlichen beim SCV zu halten und sie vielleicht auch mal in den Ligabereich zu integrieren, muss eine gewisse Durchlässigkeit gestaltet werden, um in allen Jahrgängen richtig gut zu sein. Damit sind die Trainer, die Ausbildung und das Equipment gemeint. „Alles Andere haben wir sowieso schon“, stellt Brüning klar.

Ein weiterer Schwerpunkt ist zudem die Förderung der Talente: „Wir wollen die Topspieler jahrgangsübergreifend auch mal zu gesonderten Trainings zusammenholen, die vielleicht mal ein bisschen anders aussehen, als die normalen Einheiten. Wir werden dafür eine hochwertige Ausrüstung besitzen, um gewisse Bereiche wie zum Beispiel die Spielintelligenz noch besser zu fördern.“ Ein ganz wesentlicher Punkt von diesem Unterfangen wird jedoch sein, alle Trainer zusammen in ein gemeinsames Boot zu holen, um eine Einheit zu formen, damit für die Nachwuchskicker die besten Voraussetzungen geschaffen werden, dass sie sich gut bis sehr gut entwickeln zu können. „Ich möchte, dass wir nicht mehr das Problem haben, ständig auf der Suche nach guten Trainern zu sein. Ich wünsche mir, dass sich die Trainer damit identifizieren können, dass der SC Victoria ein Ausbildungsverein ist. Egal ob im Bambini- oder im A-Jugendbereich. Denn wir Erwachsenen haben alle einen ganz großen Einfluss auf die Jugend von heute. Und wenn wir nicht funktionieren und nicht für die Sache brennen, können wir auch kein Feuer bei den Kids entfachen oder Motivationen für weitere Schritte hervorrufen. Deshalb ist es eine Vision von mir, dass alle Trainer an einem Strang ziehen und als Gemeinschaft positive Auswirkungen auf den Nachwuchs haben.“


AUTOR/FOTOS: Mathias Reß