Torhüter Oliver Hinz (mi.) half bei der U23 aus. Foto: Mathias Reß

Während seiner aktiven Zeit im Herrenbereich kam Torhüter Oliver Hinz (41) für den VfL Pinneberg, den SC Concordia, Preußen Münster und Altona 93 auf insgesamt 21 Regional- sowie auf 209 Oberliga-Einsätze. Ganze neun Jahre stand er in Diensten des AFC, bevor er 2012 sein offizielles Karriereende bekannt gab, auch wenn er im Anschluss noch für ein halbes Jahr unserer U23 aushalf. Seine letzte Partie in diesem Bereich bestritt der Schlussmann nach eigenen Angaben „vor etwa vier oder fünf Jahren“. Ansonsten ist er bei unserem Ü40-Team zwischen den Pfosten zu finden. Doch jetzt kam es zu einer unverhofft angenehmen Rückkehr.

Es war der letzte Spieltag der Bezirksliga Nord, als Oliver Hinz, vergangenen Sonntag, ganz spontan im Gastspiel beim FC St. Pauli III für unsere U23 den Kasten hütete. Dabei stand er zwei Tage zuvor noch mit den Ü40-Victorianern gegen den HSV zwischen den Pfosten, bevor im Anschluss daran den entscheidenden Anruf von Michel Massing, Co-Trainer des SC Victoria II, erhielt. „Michel fragte mich, ob ich am Sonntag aushelfen könnte, da kein Torhüter zur Verfügung steht. Nach einer kurzen Beratung mit meiner Frau habe ich dann das Okay bekommen, auch sonntags noch einmal weg zu sein“, wusste der sympathische Keeper zu berichten, der seit Sommer 2014 zudem Torwarttrainer des Regionalligisten Eintracht Norderstedt ist, mit dem er tags zuvor ein äußerst spannendes ODDSET-Pokalfinale an der Seitenlinie erlebte. Das komplette Wochenende also im Sinne des Fußballs, was sicherlich nicht Wenige als eine perfekte Auslastung bezeichnen würden. Allerdings ist das ab einem bestimmten Alter nicht mehr ganz so selbstverständlich. Vor allem nicht, dass man an zwei von drei Tagen selbst auf dem Feld steht. Deshalb „müssen wir uns zunächst echt dafür bedanken, dass Olli für uns eingesprungen ist. Damit hat er uns den A…. gerettet“, betonte Massing, als er nach der Partie auf den Einsatz des Keepers angesprochen wurde.

Massing:  „Wir konnten uns sofort auf Olli verlassen“

Foto: Mathias Reß

Weiterhin war der Co-Trainer dann auch noch voll des Lobes: „Olli hat gleich das eingesetzt, was man von so einem erfahrenen Spieler erwartet: Nämlich, dass er redet, dass er laut ist und, dass er die Abwehr stellt. Da konnten wir uns sofort auf ihn verlassen. Generell hat Olli eine sehr souveräne Leistung gezeigt. Beim Gegentor konnte er wirklich nichts machen. Das was er halten musste, hat er gehalten, wenn er zur Stelle sein musste, war er da und auch fußballerisch hat er sehr gut mitgespielt.“ Das angesprochene Gegentor fiel übrigens in der 20. Minute, womit der FC St. Pauli III an der Feldstraße auch noch in Führung ging. „Das Gegentor war natürlich ärgerlich“, zeigte sich Hinz etwas selbstkritisch. „Als Torwart will man schließlich immer zu null spielen. Ich würde nicht sagen, dass ich was für den Gegentreffer konnte, aber man wünscht sich dann auch, nochmal solche schweren Bälle so zu halten. Am Ende war es deshalb umso schöner, dass wir das Spiel noch gewinnen konnten.“ Dafür sorgten Kapitän Christer Zimmermann, der in der 37. Minute den Ausgleich und somit seinen persönlichen Abschiedstreffer erzielte, und Philipp Wolpers mit dem Siegtreffer in der Nachspielzeit (90+2).

Bei der Frage, ob Hinz denn auch in Zukunft aushelfen würde, musste dieser keine Sekunde überlegen: „Ich denke, das gibt der Verein ja schon her, dass sich bei uns alle gegenseitig helfen. Ob jetzt im Herrenbereich oder bei den Senioren. Wenn Not am Mann ist, steht man natürlich bereit.“ Und fit wirkte der Schlussmann allemal, auch wenn er selbst dazu eine etwas andere Ansicht hatte: „Es ist schon ein Unterschied zu den Senioren. Ich bin ja auch nicht im Training. Das runterkommen geht, aber das Hochkommen, als Torwart, ist dann sehr schwierig.“ Doch auch Massing attestierte Hinz noch eine ausreichende Qualifikation: „Man kann zwar einen jungen Torhüter noch eine halbe Stunde länger warm schießen und mehr beanspruchen, aber nachdem was ich heute gesehen habe, würde ich auf jeden Fall sagen, dass Olli noch fit genug wäre, um regelmäßig im Herrenbereich zu spielen.“ Und eben genau das angesprochene „Einschießen“, setzte dem Schlussmann am meisten zu, wie er abschließend mit einem Lächeln zugeben musste: „Nicht vom Spiel sondern vom Aufwärmen habe ich Morgen garantiert heftigen Muskelkater. Das merke ich jetzt schon.“

Aber so ist es doch am Schönsten: Wenn man nach Hause kommt und spürt, dass man etwas getan hat. Wir sagen jedenfalls noch einmal danke für die Hilfe und wünschen weiterhin viel Spaß mit dem Ü40-Team und vielleicht ja auch mal wieder mit der U23, wenn Not am Mann sein sollte.


AUTOR/FOTOS: Mathias Reß