Vicky gegen HEBC – ein Traditionsduell. Foto: Christian Küch

Am vergangenen Freitag führte der Präsident des Hamburger Fußballverbandes, Dirk Fischer, um 19 Uhr den Anstoß der neuen Fußballsaison aus. Unser SC Victoria empfing den HEBC zum Derby. Vorher verlieh Herr Fischer unserem SCV aber noch die Ehrenurkunde für 125 Jahre SC Victoria Hamburg. Und dann rollte der Ball. In einem Duell zweier Traditionsklubs, in dem durchgehend ein spielerisches Übergewicht herrschen aber am Ende tatsächlich ein ausgeglichenes Ergebnis herausspringen sollte. Der HEBC nahm das Unentschieden mit einem Lächeln mit nach Hause, während bei Vicky mit sich gehadert wurde.

Gemeinsamer Anstoß zum Saisonauftakt mit HFV-Präsident Dirk Fischer (2.v.r.) und SCV-Präsident Ronald Lotz (2.v.l.). Foto: Christian Küch

„Das ist definitiv ein Ergebnis, mit dem wir leben können. Ich werde mich hier nicht für den Fußball, den wir gezeigt haben, entschuldigen“, sagte HEBC-Trainer Özden Kocadal nach der Partie in das Mikrofon von Elbkick.tv. Sein Matchplan schien aufgegangen zu sein: „Wir wussten, was uns erwartet. Victoria stellt mit ihrem System Trainer schon vor eine Aufgabe. Deshalb mussten wir uns da was einfallen lassen. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, weil wir in so einer Art und Weise noch nicht gespielt hatten. Wir sind in ein tiefes Pressing gegangen und haben dann quasi mit Mann und Maus verteidigt und haben auf unsere Chancen gelauert.“

Diese „Mauertaktik“, wie es im Fußballjargon immer wieder heißt, bescherte dem HEBC aus der Nachbarschaft am Ende immerhin einen Punkt zum Auftakt. Als klarer „Underdog“ der Partie war das für die Nachbarn aus Eimsbüttel definitiv ein Gewinn. Anders sah es da bei unseren Victorianern aus. Sie sahen eher zwei verlorene Punkte, wollten sie doch im eigenen Stadion eigentlich einen Auftakt nach Maß hinlegen und ihrer Favoritenrolle gerecht werden. Vicky-Trainer Marius Ebbers sagte im Anschluss bei Elbkick.tv: „Unser Ziel war es heute, zu gewinnen. Das muss man ganz klar sagen. Aber gerade in der ersten Halbzeit haben wir zu wenig investiert, um das Spiel in die richtige Richtung zu drehen. Zum Ende sah das nochmal anders aus. Da kann man der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Aber insgesamt war es definitiv zu wenig, um das Spiel für uns zu entscheiden.“

Rückstand nach nur vier Minuten egalisiert

Nil von Appen (mi.) traf zum Ausgleich.
Foto: Christian Küch

Zum Geschehen auf dem Feld: Unsere Wikinger präsentierten sich durchgehend als die dominierende Mannschaft. Sie gestalteten das Spiel. Was aber auch nicht anders sein kann, wenn der Gegner sich hinten reinstellt und unsere Männer laufen lässt. Doch umso näher der gegnerische Strafraum kam, desto ungefährlicher wurde unsere Offensive. Es war sehr schwer für uns, eine Lücke zu finden, um zum Abschluss zu kommen. Konrad Janta und Nick Scharkowski bekamen ein paar Mal die Gelegenheit, scheiterten aber am Schlussmann oder an einem Abwehrspieler, der sich noch dazwischen schmiss. Magnus Hartwig schoss über das Gehäuse und Yannick Siemsen köpfte das Leder an die Latte. Soviel zu den Chancen der ersten Halbzeit. Die HEBC-Akteure kamen hingegen durch Fabian Lemke bis zum Pausentee nur zu einer nennenswerten Gelegenheit. Doch unsere Torwart Hendrik Rabe zeigte einen super Reflex und verhinderte den Rückstand.

In den Rückstand gerieten unsere Männer dann aber trotzdem. Jedoch erst in der 70. Minute, als Janek Wrede die Gäste mit einem Kopfball nach einer Ecke mit 1:0 in Führung brachte. Es ist immer ärgerlich einen Gegentreffer nach so einer Standardsituation zu kassieren. Doch das war kein Grund, schon aufzugeben. Und nur wenig später gelang es dann dem eingewechselten Jan-Philipp Kalla auf der rechten Seite seinen Gegenspieler stehenzulassen, um mit dem Ball bis zur Grundlinie zu gehen. Von dort hatte er den Blick für Nil von Appen, der im Rückraum angelaufen kam. Ein Pass zurück und Nil von Appen traf flach aus zwölf Metern zum 1:1 Ausgleich (74.).

Marius Ebbers: „Wir wollen in die Meisterrunde“

Immer wieder war es auch HEBC-Keeper Nils Ortner, der vor allem hohe Bälle einfach aus der Luft fischte und Chance verhinderte. Foto: Christian Küch

Im Anschluss daran gab es noch einmal so etwas wie ein Aufbäumen für unsere Victorianer. Sie versuchten immer weiter, doch noch einen Sieg zu erreichen. Dabei hatte Yannick Siemsen die beste Chance, als er den Ball aus 18 Metern zentraler Position mit dem Vollspann auf den Kasten zimmerte. Doch Gästekeeper Nils Ortner zeigte in dieser Situation eine Glanzparade, wobei ihm ganz sicher auch seine Körpergröße dabei half, den Schuss noch so bravourös zu parieren.

Es sollte kein weiterer Treffer mehr fallen. Und während sich die Gäste über den Punktgewinn freuten, gab es hängende Köpfe bei unseren Victorianern. Denn die Zielsetzung ist an der Hoheluft ganz klar, wie sie Trainer Marius Ebbers nochmal betonte: „Wir wollen in die Meisterrunde. Wenn wir das anders äußern würden, wäre das quatsch. Mit dem Kader und der Stärke, die wir haben, wäre alles andere eine sehr große Enttäuschung.“ Das bedeutet dann am besten im nächsten Spiel, kommenden Sonntag beim Niendorfer TSV, den ersten „Dreier“ der Saison einzufahren. Wir drücken dafür jedenfalls ganz fest die Daumen!









AUTOR: Mathias Reß