Felix Schuhmann (li.) im Duell mit Lukas Kettner. Foto: Norbert Gettschat

Das war irgendwie ein ganz kurioses Spiel. „Wir Trainer saßen eben noch kurz zusammen und auch wir waren der Meinung, dass es am Ende hätte sogar 8:8 oder ähnlich ausgehen können“, berichtete unser Co- und Torwarttrainer Benjamin Kruk in der Pressekonferenz nach der Partie unseres SC Victoria gegen den TSV Buchholz 08, womit er die Sicht von Buchholz-Coach Thorsten Schneider bekräftigte. Besonders gute Worte gab es für die Torhüter: „Von meiner Seite geht heute ein großes Lob an Philipp Wilke, der sicherlich auch davon profitierte, dass Victoria nicht immer konsequent vor dem Tor zu Ende spielte, aber hervorragend gehalten hat und uns dadurch lange im Spiel halten konnte“, so Schneider, der auch in dem Punkt eine Zustimmung von Kruk bekam: „Beide Keeper haben heute ein wirklich sehr gutes Spiel gemacht. Ich kümmere mich ja auch im Speziellen um die Torhüter, weshalb ich immer ein besonderes Auge auf die Keeper habe. Und auch ich kann sagen, dass Wilke seine Sache fantastisch gemacht hat, wozu man ihn nur beglückwünschen kann, auch wenn es sich bei drei Gegentoren etwas doof anhört, aber sonst hätte es durchaus anders ausgehen können.“ Am Ende kamen dann noch kritische Worte von Kruk: „Wir sind mit der heutigen Leistung unserer Mannschaft nicht zufrieden. Wir freuen uns über die drei Punkte, aber vielmehr Positives kann man heute aus dem Spiel nicht mitnehmen.“

Frühes Tor wirft des Gegners Konzept über den Haufen
Klaas Kohpeiß wird nach seinem Treffer von seinen Kollegen bejubelt. Foto: Norbert Gettschat

Das worüber die beiden Trainer sprachen ist schnell erzählt. Zu Beginn brachte uns Klaas Kohpeiß mit seinem fünften Treffer im vierten aufeinanderfolgenden Spiel schon sehr früh in Führung (3.). „Dieses schnelle Tor hat unser Konzept früh über den Haufen geworfen“, zeigte sich TSV-Trainer Schneider beeindruckt. Seine Mannschaft, die anschließend auf den Reset-Knopf gedrückt zu haben schien und einfach dann nochmal für sich die Partie begann, war es eher weniger. Denn dann entwickelte sich das Kuriose, was sich bis zum Ende des Spiels durchzog. Nach dem Abpfiff sollte man einige Zuschauer sagen hören: „Irgendwie war das ein ganz komisches Spiel“, „ich kann es gar nicht so richtig beschreiben, aber irgendwas war an der Partie nicht ganz greifbar“. Das was auf dem Platz passierte, waren jede Menge schöne Spielzüge auf beiden Seiten. Auch tolle Eins-zu-Eins-Situationen konnten bestaunt werden. Aber etwas unbefriedigend für die Besucher war, dass die meisten Aktionen tatsächlich nicht richtig zu Ende gespielt wurden. Entweder ist final der Wurm drin gewesen, oder eben zwei fantastisch aufgelegte Torhüter in ihren jeweiligen Kästen. Schneider: „Auch zur Halbzeit hätte es schon 4:4 stehen können.“

Buchholz mit zwei Platzverweisen
Bibie Njie (2. v. li.) kam häufiger gegen Keeper Wilke zu spät. Foto: Norbert Gettschat

Für den nächsten Treffer musste dann aber eine Standardsituation her. André Monteiro Branco brachte in der 36. Minute einen Freistoß vor das Tor, wo der mit aufgerückte Innenverteidiger Yannick Petzschke am höchsten stieg und die Pille genau in den linken Winkel köpfte. Mit dieser 2:0-Führung ging es dann in die Kabinen. Nach dem Seitenwechsel sah das Spiel jedoch nicht anders aus. Chancen über Chancen aber die teilweise echt schönen Vorstöße wurden weiterhin oftmals einfach nicht gut ausgespielt. Der Abschluss in der Box ließ häufiger zu wünschen übrig. Nicht aber in der 74. Minute als es dem Buchholzer Jannik Thees gelang, den Rückstand auf 1:2 zu verkürzen. In dieser Phase des Spiels waren die Gäste tatsächlich mehr am Drücker, doch dann foulte Andreas Metzler elf Zeigerumdrehungen vor dem Ende Bibie Njie, was seine zweite Verwarnung und damit die Ampelkarte bedeutete. Personell dezimiert gab es dann aber trotzdem keine Verlaufsveränderung. Beide Mannschaften spielten munter weiter. So, dass es dann doch noch einen weiteren Treffer zu bejubeln gab. Dennis Bergmann brachte mit einem saftigen Schuss unter die Latte unsere Victorianer mit dem 3:1 wieder in eine komfortablere Position (85). In der Nachspielzeit gab es sogar noch einen Strafstoß für unseren SCV, Lukas Kremer sah für eine Notbremse die rote Karte, doch Bibie Njie scheiterte letztlich auch vom Punkt an Keeper Wilke, weshalb es bei dem 3:1 blieb und wir uns über einen Sieg freuen durften.