Beim Freistoßtor zur Vicky-Führung hatte der Buchholzer Keeper keine Chance. Foto: Mathias Reß

Einen Punkt gewonnen oder zwei Punkte verloren? Über das Ergebnis unseres Unentschiedens beim TSV Buchholz 08 (2:2) können wir leider nur sagen, dass wir definitiv einen Zähler gewonnen haben und am Ende sogar sehr glücklich darüber sein mussten. Denn über die kompletten 90 Minuten waren wir nicht wirklich im Spiel. Oftmals hatte man sogar das Gefühl, dass wir völlig neben uns standen. Selten hat mal ein Gedanke so funktioniert, dass er gut umgesetzt werden konnte. Wir hätten gerne etwas anderes geschrieben, aber so müssen wir uns damit beschäftigen, dass die Leistung der Mannschaft faktisch einfach nicht gut war. Das muss man sich auch mal eingestehen können, daraus Nahrung ziehen und das nächste Mal gestärkt den Gegnern zeigen, warum wir zu Hamburgs Top-Teams gehören.

Angreifer Ian-Prescott Claus erzielte zwei Tore. Foto: Mathias Reß

Einen Lichtblick gab es für uns: Denn vor allem in der ersten Halbzeit konnten wir unserem Torwart Hendrik Rabe dafür danken, dass wir in der Zeit nicht schon deutlich in Rückstand gerieten. Mit starken Aktionen vereitelte der Schlussmann einige Chancen für den TSV Buchholz 08 und hielt uns damit im Spiel. Wir schafften es nicht wirklich, uns zu ordnen. Zu viele Zweikämpfe gingen verloren und im Gegenangriff ließen wir uns teilweise regelrecht überrennen. In der ersten halben Stunde konnten wir nur einen Schuss auf das Tor verzeichnen, bis es dann nach einem Foul an Klaas Kohpeiß zu einem Freistoß kam, den Ian-Prescott Claus aus etwa 18 Metern zentraler Position sehenswert in den linken Winkel zimmerte und uns somit in Führung brachte. Die Freude war aber nur von kurzer Dauer: Lediglich drei Minuten später war nämlich unser Schlussmann dann doch mal geschlagen, als Denis Urdin den Ball zum 1:1 einschob und somit den Spielstand wieder neutralisierte. Das nicht mal unverdient. Rund um den Platz hörte man sehr viele Gespräche, die sich häufig darum drehten, dass es erstaunlich war, dass der SC Victoria so eine Darbietung bot und eben nicht seiner Favoritenrolle gerecht wurde, indem er die Buchholzer mit einem deutlichen Ergebnis klar besiegte.

Claus bringt Vicky zum zweiten Mal in Führung

Foto: Mathias Reß

Stattdessen zeigten die Gastgeber auch in Halbzeit zwei viel mehr Initiative. Nur vor dem Gehäuse agierten die Kicker von Trainer Marinus Bester viel zu fahrig und unsicher. Zum Glück für uns, so blieb die Möglichkeit bestehen, schlussendlich vielleicht doch noch drei Punkte einzupacken. Denn auch wenn es heute nicht der Beste Tag für uns war, sind unsere Spieler keine Typen, die auch nur für eine Sekunde den Kopf in den Sand stecken und sich zurückziehen. Egal wie es läuft, wird bis zur letzten Sekunde gespielt. Es wird gekämpft und Moral gezeigt. Ja es hat wenig bis fast nichts funktioniert. Solche Tage gibt es. Aber das Wichtigste ist dabei: Es wird nicht aufgegeben! Und so kam es dann in der 85. Minute tatsächlich noch zu einem echt schön vorgetragenen Spielzug mit kurz gehaltenen Pässen, bis die Pille auf der rechten Seite Luca Ernst erreichte, der mit dem Ball am Fuß im Strafraum eindrang und ihn dann so scharf vor den Kasten brachte, dass sich der TSV-Keeper verschätzte und Ian-Prescott Claus am zweiten Pfosten zum zweiten Mal einschieben konnte. Wir führten also wieder, wenn auch glücklich, und das kurz vor Schluss. Echt gut, sollte es auch ein „dreckiger Sieg“ werden. Doch nicht mal das wurde es. Denn wie schon nach dem ersten Treffer klingelte es auch dieses Mal wieder drei Minuten später in unserem Gehäuse. Es war Jonas Fritz, dem es gelang, das runde Leder an Rabe vorbei ins Netz zu schießen und zum 2:2 auszugleichen (88.). Das sollte aber dann der Schlusspunkt gewesen sein, da während der fünfminütigen Nachspielzeit nichts mehr Zählbares passierte, auch wenn beide Mannschaften dann doch noch mal auf den Siegtreffer drängten.

Platzwunde unterm Auge – Schuhmann ins Krankenhaus

Kapitän Felix Schuhmann (mi.) musste genäht werden. Foto: Mathias Reß

Die große Zugabe gab es übrigens wegen einer längeren Verletzungsunterbrechung. In der 75. Minute ging nämlich Felix Schuhmann zu Boden, als er einen tritt am Kopf abbekam. Eine Platzwunde unter dem linken Auge war das Ergebnis. Noch während des Spiels ließ sich „Schumi“ ins Buchholzer Krankenhaus fahren, von wo aus er sich zwei Stunden später meldete. Der Cut wurde genäht, ansonsten ist unser Kapitän aber auf den Beinen. Wir wünschen auch von dieser Stelle natürlich nochmal eine schnelle Heilung. Ob Schumi schon am Sonntag beim FC Süderelbe wieder auf dem Platz stehen kann, bleibt erstmal abzuwarten.





AUTOR: Mathias Reß