Neu-Cheftrainer Marius Ebbers (2. v. re.) spricht die Sprache der Mannschaft. Foto: Mathias Reß

Die letzten Wochen wurde im Hamburger Fußballbereich viel spekuliert, geraten und überlegt, wer denn, nach dem Wechsel von Fabian Boll zum Zweitligisten Holstein Kiel, nun das Amt des Chefcoaches bei unserer Ligamannschaft übernehmen wird. Dabei war die beste Lösung von Anfang an nicht nur nah sondern lag auch ganz klar auf der Hand. Trotzdem musste noch nach einem zweiten Mann gesucht werden, so, dass jetzt nicht nur der Chef- sondern auch der Co-Trainer präsentiert werden kann.

„Ebbe“ ist ein konsequenter Trainer mit meistens guter Laune.

Zuletzt war einzig Neu-Torwarttrainer Fabian Lucassen die Konstante in der Trainerriege. Denn nachdem „Boller“ den Weg zum Zweitligisten Holstein Kiel antrat, stand natürlich die Frage im Raum, wer denn nun den Posten des Chefcoaches bei unserer Oberligamannschaft übernehmen wird. Und auch, wie es künftig um den Co-Trainer steht, der bis dato Marius Ebbers (41) war. Wird „Ebbe“ seinen Posten weiter ausfüllen, bringt ein neuer Coach seinen „Assi“ gleich mit oder übernimmt der Ex-Profi die Mannschaft? Diese und andere Fragen kursierten jedenfalls in so einigen Vereinen und Expertenrunden. Intern war jedenfalls schnell klar, dass die beste Lösung für die Mannschaft nur eine sein kann: Ebbe wird zum Headcoach befördert und bekommt einen Co-Trainer an seine Seite.

„Ebbe“ ist bereits seit Jahren, als Spieler und Trainer, im Verein eine absolut positive Größe. Als Ronald Lotz der Ligamannschaft sowie dem Staff die Entscheidung mitteilte, ihn zum Cheftrainer zu befördern, hallte vor Freude und Zuspruch ein großer Applaus durch die Katakomben des Stadion Hoheluft. Ebbe selbst sagt, dass er „absolut Bock“ hat, „diese Mannschaft, die eine enorm brutale Qualität besitzt, zu übernehmen.“ Ebbers ist nah am Team, spricht die Sprache der Spieler und verfügt über eine Menge Knowhow, das er sich schon in seinen 77 Bundesliga- sowie 273 Zweiligaeinsätzen aneignete und auf anschließenden Lehrgängen erweiterte. Man kennt ihn aber auch immer mal mit einem humorvollen und lustig gemeinten Spruch, den er natürlich auch jetzt wieder parat hat: „Anderthalb Jahre habe ich im Hintergrund gearbeitet und an den Trainerstühlen gesägt und gesägt. Da muss erst Holstein Kiel kommen, dass es klappt“, lächelt Ebbe am Ende seines Statements.

„Es gibt auch Österreicher mit Fußballsachverstand.“

Martin Spreitz
Martin Spreitz im Vicky-Dress. Foto: privat

Auch die Personalfrage des Co-Coaches ist nun geklärt: Martin Spreitz (29). Der DFB B-Elite-Trainer war letztes Jahr schon für Vicky tätig, als er das A-Jugend Regionalligateam trainierte. Im Anschluss verschlug es ihn dann, bis jetzt, zur Niendorfer TSV U17-Regio. Bei so viel Nachwuchsarbeit stellt sich natürlich die Frage, wie es Spreitz nun in den Herrenbereich verschlägt: „Ronald Lotz hat mich angerufen und sagte mir, dass er mich in sehr professioneller Natur in Erinnerung hat, was mich natürlich sehr ehrte. Nach zwei echt guten Gesprächen mit ihm und Ebbe musste ich dann auch nicht mehr wirklich überlegen und habe zugesagt.“ Vor seiner Zeit in Hamburg sammelte Spreitz auch schon drei Jahre lang seine Erfahrungen in einem bayerischen Fußballinternat, wo er als Trainer und Sportkoordinator angestellt war. Mit ihm verfolgen auch wir einen Trend, der klar hin zu jüngeren Trainern geht. „Ich finde, dass das Alter relativ wenig eine Rolle spielt, sondern eher die Erfahrung. Auch wenn meine Lebenserfahrung vielleicht noch nicht so groß ist, wie bei anderen Trainern, verfüge ich aber auf jeden Fall über genug sportliche Erfahrung. Das ist auch das, was zählt und was ich im Endeffekt einbringen muss“, zeigt sich Spreitz mit klaren und professionellen Gedanken, bevor auch er ebenfalls einen Satz raushaut, der mit einem großen Lächeln und Augenzwinkern zu sehen ist: „Es gibt auch Österreicher mit Fußballsachverstand.“ Die gute Laune ist also schonmal bestens aufeinander abgestimmt.


AUTOR/FOTOS: Mathias Reß