Lleyton Lewis John (mitte) wechselt nach Halle. Foto: privat

„Mit seinen erst 18 Jahren hat Lleyton Lewis John noch seine ganze Karriere vor sich.“ So oder so ähnlich könnte man sprechen, wenn man nicht in der Haut des jungen, hochmotivierten und ehrgeizigen Torhüters steckt. Doch wann ist es eigentlich zu spät, um den Sprung zum Profifußball zu wagen? Gerade dieser Traum platzt enorm schnell. Die Altersgrenze ist nicht genau definiert, aber sie wird in den meisten Fällen schneller überschritten, als der jeweilige Spieler gucken kann.

Deshalb musste Lleyton vor drei Wochen auch nicht lange überlegen, als ihn erneut ein Anruf vom Drittligisten Hallescher FC erreichte, bei dem er bereits im Sommer eine Probewoche absolvieren durfte. „Damals kam ich unter mehreren Torhütern schon unter die letzten Vier in die Auswahl“, blickte John stolz zurück. Nur leider kam damals der Entscheidungsdruck aus der Heimat: „Mein Trainer vom Niendorfer TSV rief mich an und sagte mir, dass ich mich sofort für die kommende Saison entscheiden musste. Aber der HFC konnte mir zu dem Zeitpunkt noch nichts Genaueres sagen, weshalb ich mich dort dann verabschiedet habe. Doch bei einem darauffolgenden Telefonat mit Niendorf sagte man mir dann plötzlich, dass sich jetzt schon anderweitig nach einem Keeper umgeschaut wurde und man mir nicht sagen könne, ob ich noch beim NTSV bleiben werde.“ So schnell fällt man von oben nach unten – auch als Fußballer.

Doch dann sollte seine sportliche Zeit wieder eine positive Wende erfahren. Lleyton schloss sich dem SC Victoria Hamburg an. „Von den ersten Gesprächen an war ich mit allen sofort auf einer Wellenlänge. Und auch vom Team kannte ich schon einige Spieler, weil ich mit ihnen in der B-Junioren Bundesliga gespielt hatte.“ Zudem gab es eine Abmachung, dass John auch in der Ligamannschaft mittrainieren durfte, was natürlich genauso umgesetzt wurde. „Auch bei den Herren bin ich mit Allen top klargekommen und habe mich mit Jedem super verstanden. Neben den Trainingseinheiten durfte ich dann auch noch bei Testspielen mit dabei sein. Aufgrund meiner sehr positiven Erfahrungen kann ich nur sagen, dass Vicky allgemein ein echt guter Verein ist“, so John, der bei diesen Erzählungen wieder sein Lächeln zurückerlangte.

Die zweite Chance nutzen

Doch, dass der Weg des Schlussmanns nach einem halben Jahr bei Vicky nicht mehr weitergehen würde, hätte sich Lleyton selbst noch vor ein paar Wochen nicht gedacht. „Es ging jetzt wirklich alles ruckzuck. Bis vor drei Wochen hatte ich überhaupt keinen Kontakt mehr zum Hallescher FC, die sich dann aber wieder bei mir meldeten. Ich musste ich mich sehr schnell entscheiden.“ Dass diese Entscheidung direkt klar gewesen sein dürfte, kann sich jeder Liebhaber des Sports wohl denken. Zudem spielt Lleyton nicht nur Fußball, sondern befindet sich auch noch im dritten Ausbildungsjahr zum KfZ- und Lagerlogistikmechatroniker. Und auch dafür sind in Halle bereits alle Wege geebnet. Denn nicht nur, dass John eine eigene Wohnung gestellt bekommt, er kann dort zusätzlich auch noch in einem Ausbildungsbetrieb nahtlos seine Lehre weitermachen und beenden.

Die Voraussetzungen sind demnach mehr als klasse. Genauso auch im sportlichen Bereich, da John in Halle der dritte Keeper bei den Profis und Stammtorwart in der U19 sein wird. „Ich habe jetzt noch bis zum Sommer Zeit, mich in den Profikader zu etablieren. Es liegt also an mir und ich will diese Chance unbedingt nutzen, weil es einfach meine letzte Gelegenheit ist, in den Profibereich zu kommen. Denn zwei, drei Jahre später wird sich keiner mehr für mich interessieren. Deshalb bin ich auch dem SC Victoria sehr dankbar, dass er mich nun gehen lassen hat.“

Die Vicky-Familie bedankt sich bei Lleyton für seinen tollen Einsatz und sein hervorragendes Miteinander. Wir alle drücken ihm ganz fest die Daumen, dass er es schafft, sich seine Träume zu verwirklichen.