Foto: Mathias Reß

Zu jedem unserer Ligaspiele, die im Stadion Hoheluft stattfinden, erscheint ein Interview mit einem unserer Akteure in der Stadionzeitung „Victoria Echo“. Damit wollen wir der Zuschauerin/dem Zuschauer Stück für Stück die Mannschaft vorstellen. Das auch gerne mal mit Erzählungen aus ihrem bisherigen Leben. Heute erfahren wir von Dennis Richter woher er seinen lustigen Spitznamen hat, wie sein sportlicher Werdegang verlief, wie er sich als Nationalspieler mit seinem damaligen Trainer Horst Hrubesch verstand und welche persönlichen Saisonziele Richter hat.

Alter: 24
Position: Linksverteidiger
Bisherige Vereine: Buxtehuder SV, FC Süderelbe, Lüneburger SK, Hamburger SV (Jugend)
Spitzname: „Wade“

SC Victoria: Hi Dennis, oder sollen wir dich lieber mit „Wade“ ansprechen? Wie kommt dieser lustige Spitzname eigentlich zustande?
Richter (lacht):
„Sagt einfach Wade. So werde ich schon seit meiner Zeit beim HSV genannt. Eben aufgrund meiner sehr ausgeprägten und großen Waden.

Dann ist das ja bereits seit deiner Kindheit so. Aber du scheinst ja auch schon immer ein guter Kicker gewesen zu sein. Erzähl uns doch bitte mal was über deinen Werdegang.
Richter:
„Meine Wurzeln liegen beim FC Süderelbe, wo ich auch schon in der Hamburger Auswahl spielen konnte. Meinen ersten großen Schritt habe ich mit zehn Jahren gemacht, als ich für ein halbes Jahr zum FC St. Pauli und danach zum HSV gegangen bin. Nach einer zwischenzeitlichen Rückkehr zu Süderelbe bin ich mit 14 Jahren wieder zum HSV. Ab dann ging`s los: Dann habe ich fünf Jahre die Raute getragen und habe von der U15 bis zur U18 zur deutschen Nationalmannschaft gehört.“

Als Nationalspieler hattest du zwei Einsätze in der U15 und einen in der U18, richtig?
Richter:
„Ja genau. In der U16 und U17 habe ich an den Lehrgängen teilgenommen, konnte aber wegen verschiedener Verletzungen leider nicht spielen.“

Dafür dann in der U18 sogar unter dem berühmten Trainer Horst Hrubesch. Wie war das für dich und wie bist du mit Hrubesch klargekommen?
Richter: „Es ist schon eine große Ehre, für das eigene Land aufzulaufen. Das beginnt mit der Nationalhymne, die man mitsingt. Da kommt Gänsehaut auf. Und dann auch noch unter so einem Trainer. Das ist eine noch größere Ehre. Ich habe mich immer sehr gut mit ihm verstanden. Man hat ihm halt angemerkt, dass er Jemand von der alten Schule war. Er wurde auch mal sehr direkt, was aber gut ist. Ich kann nichts Schlechtes über ihn sagen.“

Woran lag es, dass es für dich nicht weiter in den Profibereich ging?
Richter:
„Durch meine Verletzungen am Rücken und auch am Knie. Deshalb musste ich mich immer wieder neu zurück kämpfen. Zudem hatten wir in der A-Jugend zwei nicht so erfolgreiche Jahre, was einen auch nochmal ein wenig zurückwirft, weil uns dadurch nicht mehr so die Aufmerksamkeit geschenkt wurde.“

Bist du traurig, dass es nicht geklappt hat?
Richter:
„Klar hatte ich mir das damals gewünscht. Aber ich bin jetzt nicht traurig. Ich konnte es auch recht schnell für mich abschließen, da jeder genau weiß, wie viele aus einem Jahrgang wirklich Profi werden. Deshalb hatte ich mich von Anfang an nicht groß verrückt gemacht.“

Es gibt auch eigentlich keinen Grund, traurig zu sein, da du jetzt immerhin für Vicky aufläufst.
Richter:
„Das stimmt. Ich fühle mich so richtig wohl bei Victoria. Liegt einfach auch daran, dass das Team wirklich wie so eine kleine Familie für mich ist. Denn viele von den Jungs kenne ich tatsächlich bereits seit meiner Kindheit, als wir damals schon zusammen bei Süderelbe gespielt haben. Wir kennen uns einfach schon seit zehn bis 15 Jahren. Ich fühle mich in diesem Team durch und durch heimisch.“

Nun startest du mit ihnen gerade in eine neue Saison. Welche Ziele hast du dafür?
Richter:
„Ich bin mit absoluter Euphorie dabei und heiß darauf, Punkte zu holen. Genauso wie mindestens einen der beiden möglichen Titel. Das ist auf jeden Fall mein persönliches Ziel.“

Dann geh´ Woche für Woche mit deiner Familie raus auf den Platz, steht zusammen, wie ihr es teilweise schon fast euer ganzes Leben tut, und holt euch die Punkte, um deine Wünsche zu erfüllen. Danke für das tolle Interview.