So wie im Testspiel bei TuS Berne (Febr. 2019) wollen wir Nil v. Appen (li.) künftig gerne häufiger sehen. Foto: Mathias Reß

Am 01. März 2019 verletzte sich Mittelfeldspieler Nil von Appen (30) in einem Zweikampf während des Auswärtsspiels bei Concordia schwer. Dabei zog sich der Akteur einen Kreuzbandriss zu, was er allerdings während der Partie noch nicht merkte. Damals sagte „Nilo“ auf Nachfrage: „Ich dachte, dass es ein normaler Schlag auf das Knie war und, dass ich die Schmerzen wieder rauslaufen kann.“ Deshalb spielte von Appen, der erst in der 65. Minute eingewechselt wurde, noch die Partie zu Ende. Tage danach dann die erschreckende Diagnose. Ab sofort war es für eine lange Zeit vorbei mit Fußball, womit der ehrgeizige Sportler zunächst nur schwer zurechtkam. Und jetzt, knapp über ein Jahr später, ist die Freude groß. Denn nach 371 Tagen war es wieder soweit: Nil von Appen feierte sein Comeback und krönte dieses auch noch mit einem wunderschönen 25-Meter-Tor.

Lange war „Nilo“ nur zum zuschauen verdammt. Foto: Mathias Reß

Aufmerksame Beobachter werden festgestellt haben, dass sich Nil von Appen nach seiner langwierigen Verletzung schon für die letzten drei Oberligapartien im Kader befand. Es kam jedoch noch nicht zu einer Einwechslung. Aber jetzt: Nach seinem Kreuzbandriss feierte von Appen nun nach einem Jahr und fünf Tagen seine Rückkehr auf den Platz. Im Duell der U23 des SC Victoria beim Hoisbütteler SV unterstützte der Mittelfeldakteur ab der 46. Minute den Unterbau des Oberligateams in der Bezirksliga Nord, wo die Mannschaft von Trainer Michel Massing als Tabellenführer um den Aufstieg in die Landesliga kämpft. Der Coach freute sich auch einen Tag danach noch sehr über die Unterstützung des Ligaspielers: „Es ist toll, dass Nil, nach seiner langen Verletzung, bei uns Spielpraxis sammeln durfte. Nach seiner Einwechslung hat er sich im zentralen Mittelfeld positioniert, von wo er dem Team sofort durch seine Erfahrung und seine Klasse eine gewisse Sicherheit gegeben hat. Das war ein sehr guter Auftritt dafür, dass er so eine lange Pause machen musste, was er dann auch noch mit einem spektakulären Tor krönen konnte. Deshalb haben wir uns sehr darüber gefreut, dass er bei uns mitgespielt hat. Wir haben ihn immer wieder gerne bei uns.“

Für den ersten Vicky-Treffer sorgte Philipp Wolpers schon in der 14. Minute. Doch ein Tor reicht in keiner Partie, um durchatmen zu können, wenn man nur eine knappe Führung genießen darf. Ein zweiter Treffer ist da schon weitaus beruhigender, der dann schließlich in der 90. Minute auch fallen sollte. Und zwar durch ein „Traumtor“, wie Coach Massing den Treffer bezeichnete, durch Nil von Appen höchstpersönlich, der dabei zentral auf den gegnerischen Kasten zulief und sämtliche Optionen gehabt hätte. „Doch stattdessen machte Nil etwas ganz Besonderes in spezieller Manier“, erzählte Michel Massing. Der Wikinger überlupfte nämlich 25 Meter vor dem Gehäuse den gegnerischen Keeper sehr gefühlvoll und machte somit den Sack zu. Coach Massing geriet auch lange danach noch ins Schwärmen: „Das war ein ganz tolles Tor.“

„Ich habe mich echt gut gefühlt.“

Nil von Appen
Künftig kann Nil von Appen (oben, mi.) die Zeit mit seinen Jungs auch wieder auf und nicht nur neben dem Platz genießen. Foto: Christian Küch

Nil von Appen selbst, hatte seine Rückkehr wie folgt empfunden: „Es hat mich sehr gefreut, dass ich endlich mal wieder Fussi unter Wettkampfbedingungen zocken konnte und, dass David Eybächer als zweiter U23-Trainer mich gefragt hat, ob ich nicht bei ihnen mal wieder Luft schnuppern möchte, was dann, natürlich nach Absprache mit unseren Liga-Trainern, erfolgt ist. Auf die Art habe ich einfach auch die Gelegenheit, mich wieder mehr an den sportlichen Alltag ranzutasten. Als ich dann zur zweiten Halbzeit eingewechselt wurde, bin ich direkt gut ins Spiel reingekommen. Ich hatte ganz gute Bälle und auch die direkte Zweikampfführung fühlte sich gut an.“ Wie der Wikinger sein Tor selbst erlebt hat, war dann natürlich auch noch von Interesse: „Als Hoisbüttel nach hinten raus noch ein bisschen mehr Druck gemacht hatte, ergaben sich natürlich Räume. Ich habe mir dann in unserer eigenen Hälfte den Ball ergattern können und bin mit zwei, drei Mitspielern den Konter gelaufen. Irgendwie wurde mir der Raum gegeben und vom Gegner kam kein wirklicher Druck. Ich hatte dann gesehen, dass der Torwart ein bisschen zu weit draußen stand, so, dass ich aus rund 25 Metern einfach mal zum Heber angesetzt habe, der dann seinen Weg ins Tor gefunden hat. Darüber habe ich mich natürlich mega gefreut. Es war ein super gutes Gefühl, dass ich gleich meinen ersten Einsatz mit einem Tor krönen konnte. Ich wurde super gut von unserer U23 aufgenommen. Da sind sehr viele echt coole Jungs dabei. Mit ihnen hat es mega Spaß gemacht. Es hatten mich dann auch alle beglückwünscht. Sie wussten natürlich auch, dass ich aus einer langwierigen Verletzung gekommen bin. Das war echt cool und ich habe mich gut gefühlt. Und auch wenn die Duschen danach in Hoisbüttel leider kalt waren, bin ich mit einem großen Lächeln nach Hause gefahren.“

Und jetzt freut sich die gesamte Victoria-Familie mit Nil von Appen, den leidenschaftlichen, ehrgeizigen, hochmotivierten, fleißigen und sportliebenden Fußballer, dass „Nilo“ endlich wieder zurück ist! Das nach langer Leidenszeit mit vielen Behandlungen und einem großen Kampf gegen die Verletzung. Welcome back, Nilo!


AUTOR: Mathias Reß