Die Freude war unserer Wikinger war riesig. Foto: Mathias Reß

In unserem Vorbericht sprachen wir davon, dass im Duell TSV Sasel gegen unseren SC Victoria zwei Teams aufeinandertreffen, die beide was auf dem Kasten haben. Und genau das wurde bei bester Unterhaltung über 90 Minuten geboten. „Es war ein sehr hochklassiges Oberligaspiel“, fasste unser Trainer Martin Spreitz in der Pressekonferenz das soeben beendete Match zusammen. „Auf beiden Seiten gab es unglaublich gute Aktionen und schöne Spielzüge. So ein heißes Fußballspiel kann man sich an einem Sonntagnachmittag, an dem es von den Temperaturen her relativ kalt ist, eigentlich nur wünschen.“ Auch sein Gegenüber Danny Zankl befand, dass es „ein gutes Oberligaspiel“ war.

Der Führungstreffer für unseren SCV. Foto: Mathias Reß

Der Anpfiff ertönte und unsere Wikinger zogen los, wie die damaligen Seefahrer auf ihren Beutezügen. Auch waren sie ebenso laut. Mit starker Stimme half jeder Einzelne seinen Teampartnern, die richtigen Entscheidungen zu treffen, was schon sehr auffällig war. Genauso wie das damit verbundene Angriffspressing das wir von der ersten Sekunde an zeigten. So verdienten wir uns dann auch in der sechsten Minute die erste gefährliche Aktion, einen Eckstoß, der sogleich zum Treffer unserer Victorianer führen sollte. André Monteiro Branco spielte die Pille flach auf den vor dem rechten Strafraumeck postierten Timo Stegmann. „Stege“ fackelte nicht lange und zog sofort ab. Dabei bekam das Leder einen so guten Drall, dass es über den Strafraum und über den gegnerischen Keeper bis in das linke Eck flog. Der Ball zappelte im Netz und unsere Männer jubelten. Eine frühe Führung in einem Auswärtsspiel und dann auch noch bei einer Top-Mannschaft wie dem TSV Sasel, war einfach ein großartiges Gefühl. Das nahmen wir für den weiteren Verlauf des Spiels gerne an. So dominierten wir auch den Rest der ersten Hälfte und erspielten uns weitere Chancen. Allerdings brachten wir das Spielgerät zunächst kein zweites Mal im Kasten unter. Verhindern konnten wir auch nicht, dass die Hausherren ebenfalls zu ihren Gelegenheiten kamen, was das Ganze zu einer Begegnung werden ließ, die eine echt hohe Qualität aufwies.

Kontrolle abgegeben und wiedergeholt

Sasels Timo Adomat (li.) sorgte für den Ausgleich. Foto: Mathias Reß

Auch wenn wir nach der Pause zunächst die beiden größeren Chancen für uns verbuchen konnten, gaben wir trotzdem so ein bisschen die Kontrolle, die wir noch während der ersten 45 Minuten innehatten, an die Gastgeber ab. Deshalb war der Ausgleich durch den Saseler Timo Adomat in der 58. Minute, und das müssen wir ehrlicherweise sagen, auch verdient. So stand es eine halbe Stunde vor dem Ende nur noch 1:1, was ganz offensichtlich und absolut spürbar für beide Truppen kein zufriedenstellendes Ergebnis gewesen wäre. Auf dem Platz ging es hin und her. Keiner der Akteure hatte etwas zu verschenken, was sie durch ihre Spielweise und Körpersprache absolut verdeutlichten. Wir erlebten einen klasse Kampf auf einer fußballerischen Ebene, die begeisterte. Torabschlüsse gab es auf beiden Seiten zu bestaunen. Mal mehr und mal weniger spektakulär. Dabei gab es auch für die Torhüter Momente, in denen sie sich beweisen konnten, was vor allem unser Keeper Dennis Lohmann wieder mal hervorragend nutzte, indem er einmal eine blitzschnelle Fußabwehr (69.) und ein anderes Mal eine Parade, mit dem Prädikat „Weltklasse“ (83.), auspackte. Unsere komplette Mannschaft zeigte aber einen enormen Teamgeist und holte sich das Heft des Handelns, welches sie zu Beginn der zweiten Halbzeit ein wenig abgaben, in den letzten zwanzig Minuten zurück. Das Spiel lief wieder ein bisschen mehr zu unseren Gunsten, weshalb wir in der Schlussphase, fünf Zeigerumdrehungen vor dem regulären Ende, erneut in Führung gingen. Dieses Mal bereitete Ian-Prescott Claus den Treffer mehr als sehenswert vor, indem er auf der linken Seite seinen Gegenspieler auf feinste Art und Weise ausspielte, ihn stehen ließ und schließlich von der Grundlinie den Ball scharf in die Mitte vor das Tor brachte. Dort befand sich der eingewechselte Klaas Kohpeiß, der einfach weiß, wo ein Stürmer zu stehen hat, und schob aus kürzester Distanz ein.

Super spannende Schlussphase

Der Sieg sorgte für ein Strahlen bei allen SCV-Angehörigen. Foto: Mathias Reß

Die Freude war natürlich riesig. Wir standen kurz davor, endlich mal wieder einen Auswärtssieg einzufahren, was uns während der laufenden Saison bisher nur einmal gelang. Aber es waren noch immer die letzten Minuten, plus Nachspielzeit, zu gehen. Und die hatten es in sich. Beide Teams erhöhten noch einmal ihre Schlagzahl. Bis zur letzten Sekunde ging es hin und her. Es wurde so spannend, dass man gänzlich die Kälte vergaß. Und dann hätte es fast noch den Ausgleich für Sasel gegeben, wäre der Ball in die Maschen geflogen und nicht nur gegen den rechten Pfosten. Martin Spreitz: „In dem Fall hatten wir ein bisschen Glück dabei, worüber wir natürlich auch glücklich sind.“ Genauso wie wir uns dann am Ende über den „Auswärtsdreier“ freuten. Ein wahnsinnig tolles Gefühl. Ein Ergebnis des gelebten Teamgeists, der hohen Motivation und Konzentration sowie der dargebotenen Leidenschaft, die unsere Männer auf dem Platz präsentierten. Eine fantastische Leistung in einem schweren Duell, bei einem Gegner, der genauso gut Fussi spielen kann. Wir sind stolz auf unsere Wikinger!


AUTOR: Mathias Reß